Wyk : Volltreffer beim ersten Versuch

Hochkonzentriert: Patin Heike Tholund betätigt den „Taufomaten“.
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Hochkonzentriert: Patin Heike Tholund betätigt den „Taufomaten“.

Bei der Taufe der „Norderaue“ zerschellt die Champagnerflasche auf Anhieb. Hunderte Zaungäste verfolgen das Spektakel im Hafen.

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09. Juni 2018, 11:00 Uhr

Aller guten Dinge sind drei – so lässt sich die Taufe der „Norderaue“ gestern im Wyker Hafen überschreiben: Die neue Doppelendfähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) konnte wegen Verzögerungen beim Bau erst im dritten Anlauf getauft werden (wir berichteten), sie ist die dritte WDR-Fähre dieses Typs – und bei der dritten Schiffstaufe der WDR seit 2010 klappte es dann zum ersten Mal auf Anhieb: Anders als ihre beiden Vorgängerinnen benötigte Patin Heike Tholund nur einen Versuch, um die Champagnerflasche am Schiff zerschellen zu lassen.

„Nun wünsch ich dir allzeit gute Fahrt,sei künftig vor jeglichem Übel bewahrt. Bring Gäste und Crew stets sicher an Land, beschirmt durch Gottes schützende Hand“, lauteten die Segenswünsche, die die Patin der „Norderaue“ im von ihr selbst verfassten Taufspruch mit auf den Weg gab.

Heike Tholund ist die Ehefrau des WDR-Kapitäns Christ Tholund, der seit 2010 den Bau der drei neuen WDR-Fähren begleitet hatte, des „Vaters dieser Schiffe“, so WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn in seiner Ansprache. Die „Norderaue“, so berichtete Meynköhn den geladenen und vielen, vielen Zaungästen auf der Westkaje des Wyker Binnenhafens, sei der 30. Neubau in der 133-jährigen WDR-Geschichte, für die nun mit der Uthlande (2010), der „Schleswig-Holstein“ (2011) und dem Täufling erstmals drei baugleiche Schwesterschiffe führen – fast baugleich, denn das jüngste Mitglied der WDR-Flotte hat kein Zwischendeck mehr. So konnte Platz für eine vierte LKW-Spur geschaffen werden, was dem gestiegenen Frachtverkehr am frühen Morgen zugute komme. Meynköhn betonte, dass die Reederei sich auch bei dieser Fähre bewusst für einen Dieselantrieb entschieden habe. „Wir bekennen uns ausdrücklich zu dem Dieselmotor nach modernsten Umweltstandards“, betonte der Reederei-Chef. Mit der neuen Fähre sei die Modernisierung der WDR-Flotte nun zunächst einmal abgeschlossen. 55 Millionen Euro habe die Reederei seit 2010 dafür investiert.

Die Taufe fand bei herrlichem Sommerwetter statt, „vielleicht ist das ein gutes Zeichen für die Zukunft der ‚Norderaue‘, meinte Bernhard Meyer, auf dessen Rostocker Neptun-Werft das Schiff gebaut worden war. Er betonte, dass dabei viele neue Ideen und Verbesserungen eingeflossen seien. „Wir bauen gerne auch kleine Schiffe“, so Meyer, der sein Geld überwiegend in seinem Papenburger Stammhaus mit Kreuzfahrt-Giganten verdient, und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Team der WDR.

„Sie haben uns ganz hervorragende Qualität abgeliefert“, sagte Axel Meynköhn und berichtete, dass das Schiff, das ja bereits seit einigen Wochen zwischen Festland und Inseln fährt, bei den Passagieren gut ankomme. „Und die Crew fährt gerne mit diesem Schiff.“ er dankte bei der anschließenden Feier an Bord dem Aufsichtsrat der Reederei dafür, dass er „das höchst ambitionierte Flottenprogramm“ in den zurückliegenden Jahren mit mutigen Entscheidungen begleitet habe. Ein Dank, dem sich der Sprecher der WDR-Gesellschafter, der Chef der ostfriesischen Norden-Frisia-Reederei, Carl-Ulfert Stegmann, anschloss. „Großer Dank gilt auch den Mitarbeitern“, betonte er.

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