Test für den ernstfall : Viel Rauch und schreiende Verletzte

Dichter Qualm stieg aus dem Klinik-Gebäude.
Dichter Qualm stieg aus dem Klinik-Gebäude.

Bei einer gemeinsamen Großübung arbeiteten die Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdienst und DLRG Hand in Hand.

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23. Januar 2015, 09:00 Uhr

Mittwoch, 19 Uhr, Klinik Westfalen am Wyker Sandwall: Ein Rettungswagen und ein Notarzt fahren mit Blaulicht vor. Nach einem kurzen Überblick über die Lage die Meldung an die Leitstelle: Feuerwehr, DLRG und Polizei werden benötigt. Was war passiert? Eigentlich nichts. Bei dem Einsatz in der Wyker Innenstadt handelte es sich um eine großangelegte Übung von Feuerwehr, Rettungsdienst und DLRG. Laut Übungsplan hatte es im dritten Stockwerk des Gebäudes eine Gasexplosion gegeben, ungefähr 15 Personen, eindrucksvoll gespielt von Freiwilligen und einigen Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr Nieblum, sind dort noch eingeschlossen.

Rund zehn Minuten nach dem Funkspruch an die Leitstelle kamen die ersten Kräfte der Feuerwehren Wyk, Nieblum und Alkersum an der Einsatzstelle an. Hier standen schon Eingeschlossene an den Fenstern und schrien um Hilfe. Unverzüglich begannen die Feuerwehrleute mit deren Bergung. Hierfür legten einige Sauerstoffgeräte an und kämpften sich durch das verrauchte Treppenhaus zu den „Klinikpatienten“ durch. Gleichzeitig wurde draußen die Drehleiter ausgefahren und so mit der Rettung begonnen. Die auf diesem Wege befreiten Personen wurden außerhalb des Gebäudes von Rettungsdienst und DLRG in Empfang genommen und zu der Sammelstelle für die Geborgenen gebracht.

In einem von der Feuerwehr Nieblum aufgebauten Zelt wurde zwischen Leicht- und Schwerverletzten differenziert und mit der ärztlichen Behandlung begonnen. Die Leichtverletzten wurden nach einer kurzen Registrierung in das gegenüber gelegene Fitnessstudio gebracht, wo sie sich wärmen konnten. Offiziell waren sie somit ins Krankenhaus eingeliefert worden und für sie war die Übung beendet.

Währenddessen hatte ein anderer Teil der Feuerwehrleute damit begonnen, den vermeintlichen Brand im Gebäude zu löschen. Dies geschah natürlich ohne Wasser, da es ja auch kein wirkliches Feuer gab. Alles in allem war der wesentliche Teil der Übung nach ungefähr 80 Minuten beendet. Die Feuerwehren begannen, ihr Material wieder einzupacken und auch das Zelt wurde wieder zusammengefaltet.

Als alles soweit fertig war, versammelten sich die rund 60 Teilnehmer der Übung sowie die Statisten im Speiseraum der Klinik. Hier konnten sie sich stärken und über die Übung austauschen. Hauke Brett, Wehrführer der Feuerwehr Nieblum, dankte allen Beteiligten und meinte: „Das war heute eine echt gute Übung“. Auch der Wyker Wehrführer Kai Sönnichsen äußerte sich positiv: „Im Großen und Ganzen war das doch sehr gut“, meinte er. Zudem betonte er die Wichtigkeit der Übung. Angesichts der Personalknappheit in den Wehren von Föhr werde eine gut koordinierte Zusammenarbeit der Kräfte immer wichtiger. Gleichzeitig dankte er dem Geschäftsführer der Klinik, Jürgen Poschmann, für die Bereitstellung der sich gerade im Umbau befindlichen Räumlichkeiten. So konnten die Einsatzkräfte einmal ihr Zusammenspiel auch in großen Gebäuden testen.

Nach gut zwei Stunden war dann alles vorbei. Ob und wann eine neue Übung dieser Art stattfinden wird, ist noch unklar. Nach der gelungenen Auflage am Mittwoch soll es aber auf jeden Fall weitere Großübungen geben.

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