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influenza-virus im nationalpark : Viel Arbeit für die Seehundjäger

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auch auf Föhr und Amrum werden immer mehr tote und kranke Tiere angetrieben – Wittdüner Treibjagd deshalb abgesagt.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Die für Sonnabend, 25. Oktober, in Wittdün angesetzte Treibjagd fällt aus. Wie die verantwortlichen Jäger Kai-Michael Prellwitz-Paulsen und Holger Lewerentz mitteilten, lässt die angespannte Lage bei dem derzeit andauernden Seehundsterben keinen Freiraum für die Jagd am Sonnabend.

Beide Jäger sind in die Bergung der an den Amrumer Kniepsand angespülten Tiere fest eingebunden. Seehundjäger Prellwitz-Paulsen sieht aufgrund der angekündigten Winde aus Südwest noch viel Arbeit am Strand auf sich zukommen. Sowohl Jungtiere als auch ausgewachsene Seehunde fallen der Lungenentzündung zum Opfer.

„Wir weisen darauf hin, dass Seehunde, genauso wie andere Wildtiere, verschiedene Erreger, die auch auf den Menschen übertragbar sind, beherbergen können“, warnt Holger Lewerentz. Er ist derzeit in der Ausbildung zum Seehundjäger und unterstützt bereits die Arbeiten an Amrums Küsten tatkräftig. „Daher sollten Spaziergänger immer Abstand zu kranken und toten Wildtieren halten. Man soll die Tiere nicht berühren und Hunde angeleint von diesen fern halten. So kann einer möglichen Übertragung von Krankheitserregern vorgebeugt werden“, so Lewerentz eindringlich. Funde sollten den Amrumer Naturschutzorganisationen gemeldet werden.

Dass es immer noch unvernünftige Hundehalter gibt, die ihre Tiere frei am Strand laufen lassen und so der Gefahr aussetzen, mit Seehundkadavern in Berührung zu kommen und sich anzustecken, hat der Föhrer Seehundjäger Ole Sieck beobachtet. Sieck war zusammen mit seinen Kollegen Hannes Buchner und Willy Erichsen vor allem am Wochenende an der Föhrer Südküste im Einsatz, als knapp 35 Tiere angespült wurden, vor allem große, ausgewachsene Seehunde, die man, so Sieck, am Föhrer Strand sonst nicht finde. Von denen lebten zwei noch, waren aber so geschwächt, dass sie erlöst werden mussten. „Die hatten eine ganz flache Atmung und überhaupt kein Fluchtverhalten“, berichtet Ole Sieck, der in einem Fall erst die Polizei rufen musste, um Schaulustige abzuhalten, bevor er das Tier erschießen konnte.

Gestern musste Hannes Buchner nur noch einen Seehund bergen. „Der Wind hat leicht gedreht, dann werden die Tiere nach Dagebüll getrieben“, weiß Ole Sieck. Er bittet Strandspaziergänger, die einen toten oder kranken Seehund entdecken, den Fund mit Angabe der Uhrzeit den Seehundjägern oder der Kurverwaltung zu melden und auf jeden Fall Abstand von den ansteckenden Tieren zu halten.

Die Föhrer Seehundjäger sind unter folgenden
Telefonnummern zu erreichen: Hannes Buchner 04683/1040; Willy Erichsen 04681/8214; Ole Sieck 0177/7666799. Auf Amrum sollten Funde der Schutzstation Wattenmeer, 04682/2718, oder dem Öömrang Ferian, 04682/1635, gemeldet werden.

 

 

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