grossartiges konzert : Vertonte Sehnsucht nach Frieden

Die Akteure gaben alles und boten eine tolle Leistung im Nieblumer Friesendom.
Foto:
Die Akteure gaben alles und boten eine tolle Leistung im Nieblumer Friesendom.

Zum Auftakt der Sommerkonzerte im Friesendom begeisterten der Singreis St. Johannis und virtuose Instrumentalisten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Sehnsucht nach Frieden.

von
26. Juni 2014, 08:00 Uhr

Die Sehnsucht nach Frieden stand im Mittelpunkt der Auftakt-Veranstaltung der diesjährigen Sommerkonzertreihe in der Nieblumer St.-Johannis-Kirche. Ein roter Faden, der bereits mit dem Eingangs-Werk von Giovanni Pierluigi da Palestrina („Sicut cervus desiderat“, „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“), deutlich wurde. Eine vierstimmige Vertonung des 42. Psalms, voll abgeklärter Schönheit und vom Singkreis St. Johannis klanglich hervorragend präsentiert.

Souverän zeigten sich die Sänger auch bei der Motette „Komm, Jesu, komm“ für Doppelchor von Johann Sebastian Bach. Mit einer beachtlichen Leistung überzeugten hier die vier Solisten Jutta Hinrichsen (Sopran), Angela Freytag (Alt), Kai Faltings (Tenor) und Rüdiger Bechtel (Bass).

Entspannen konnte sich das Publikum im voll besetzten Friesendom von dem ergreifenden Bachschen Gesang der Todessehnsucht bei einem langsamen Satz aus der Orgeltriosonate C-Dur des Komponisten des Barock, gespielt von Birgit Wildeman.

Pastor Philipp Busch las einen Text von Sören Kierkegaard, der mit der Thematik von Schweigen und Beten und Stille einen Bogen auf das Gebet des Benedict von Nursia „Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden“ spann, und leitete gleichsam den Höhepunkt des Konzertes ein. Drei Werke von Renate Maria Tholund, die viele Jahre als Sängerin, Pianistin und Komponistin im Singkreis wirkte, wurden aufgeführt. Ausdrucksstark interpretierte der Chor die intensive Vertonung existentieller Texte von Tagore, Kaléko und Nursia.

Die ergreifende Schilderung der Zustände von Nacht und Dunkelheit ging den Zuhörern unter die Haut. Wie auch die von Tholund hörbar gemachte Erleichterung über die Gewissheit, dass mit der Nacht auch das Licht da ist, das Leben in Form eines singenden Vogels. „Drei kleine Kompositionen mit großer Tiefe, die noch oft aufgeführt werden sollten“, zeigte sich Birgit Wildeman, Leiterin des Singkreises, begeistert.

Die Verzweiflung war auch Wolfgang Amadeus Mozart nicht unbekannt. An diesem Abend aber war der österreichische Komponist mit purer Lebensfreude vertreten. Die mit dem Klaviertrio C-Dur virtuos von Dirk Kelm transportiert wurde. Dessen Fähigkeiten einmal mehr eine wunderbare Symbiose mit dem Geigenspiel von Ehefrau Angelika Zastrow-Kelm einging. Deren Violine in den kurzen, leidenschaftlichen solistischen Abschnitten Lust auf mehr machte. Hervorragend ergänzt durch den überzeugenden Potsdamer Cellisten Tobias Mattheus.

Als grandioses Finale vereinte die abschließende Missa brevis in D-Dur Chorsolisten, Singkreis und Instrumentalisten, die nun durch Marianne Kelm (Violine) verstärkt wurden. Die Zuhörer machten aus ihrer Begeisterung keinen Hehl und erklatschten sich ihre Zugabe. Somit beendete der Italiener Giovanni Gastoldi („An hellen Tagen“) einen tollen Konzertabend.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen