wertvolle unterstützung : Verstärkung durch Vorsorge-Lotsin

Ehrenamtlich unterstützt Heide Pohl (l.) künftig Andrea Prinz.
Ehrenamtlich unterstützt Heide Pohl (l.) künftig Andrea Prinz.

Heide Pohl ist als ehrenamtliche Kraft für den Betreuungsverein Föhr-Amrum tätig. Sie wird künftig insbesondere ältere Menschen über rechtliche Vorsorge aufklären und persönlich informieren.

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05. Juni 2014, 20:30 Uhr

Der Betreuungsverein Föhr-Amrum (BTV) konnte sich um eine wichtige ehrenamtliche Kraft verstärken. Mit Heide Pohl stieß eine Vorsorgelotsin zum Team, die künftig insbesondere ältere Menschen über rechtliche Vorsorge aufklären und persönlich informieren wird. Geschehen wird dies im Rahmen kostenloser Sprechstunden oder – auf Wunsch – bei Hausbesuchen.

Heide Pohl, die seit zwei Jahren auf Föhr lebt, hat kein Neuland betreten. Bereits in Ostfriesland betreute sie rund zehn Jahre lang alte Menschen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe und leitete 17 Jahre eine Seniorengruppe. Auch Schriftverkehr habe sie für die Menschen erledigt, berichtet Pohl, und ihr sei klar geworden, wie wichtig Vollmachten sind. In der Folge war sie fünf Jahre rechtliche Betreuerin ihrer Schwiegermutter, die auf Föhr lebte. Über den regelmäßigen Erfahrungsaustausch des BTV kam schließlich der Kontakt zustande und sie griff zu, als der Kurs zum ehrenamtlichen Vorsorgelotsen ausgeschrieben wurde. „So habe ich noch etwas mehr zu tun, als Garten und Schwimmen.“

Möglich wurde die Schulung, nachdem Justizministerin Anke Spoorendonk die Arbeit der Betreuungsvereine hoch gelobt und die Bedeutung des Themas Vorsorge betont hatte. Gelder sollten für die Ausbildung ehrenamtlicher Vorsorgelotsen freigeschaufelt werden – und die Ministerin hielt Wort.

Vier Tage verbrachte Heide Pohl an zwei Wochenenden in Bad Segeberg, wo das theoretische Wissen vermittelt wurde. Über Rechte und Pflichten des Betreuers wurde informiert, zudem erfuhren die Teilnehmer alles über Geschäftsfähigkeit oder Genehmigungspflicht. In drei Punkten könne sie nun beraten, nennt die frisch gebackene Lotsin Vorsorge- und Betreuungsvollmacht sowie die Patientenverfügung. Wobei Letztere zwar in der Regel Ärzten übergeben werden, „aber das Wissen muss vorhanden sein“. Schließlich wurden Formen der Gesprächsführung behandelt und die eigene Auseinandersetzung mit einem würdigen Altwerden sowie die Vorstellungen nach einem selbstbestimmten Sterben angesprochen. Das zweite Wochenende erwies sich als weniger trocken, beinhaltete auch Rollenspiele und es kamen Referenten dazu.

Nun also die Praxis. Anfangs hat Heide Pohl bei Andrea Prinz hospitiert und nimmt mittlerweile eigenständig Termine wahr. Termine, so Prinz, die stets beim BTV koordiniert werden. „Heide Pohl ist nicht autark, sondern dem Verein angschlossen, über den auch die Beratungen vereinbart werden.“

Wichtig sei es, so Pohl, rechtzeitig vorzusorgen, für den Fall, dass man nicht mehr selbst über sich bestimmen kann. Wer hierüber mehr erfahren will, wird beim BTV über die Vorgehensweise beraten. Über Vorsorgevollmachten und damit die rechtliche Möglichkeit, handeln zu können, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt des Partners. Oder die Patientenverfügung, mit der der Einzelne festlegen kann, „wie mich ein Arzt später mal behandeln soll“. Voll des Lobes ist Andrea Prinz – die das Feld beim Betreuungsverein bisher allein beackerte – für die neue Kraft. Die nehme sich die nötige Zeit, um sich in das komplexe Thema einzuarbeiten, und sei überaus engagiert. „Eine Unterstützung für uns, das hier alles weiterläuft.“

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