Ferienheim Puan Klent auf Sylt : Vernehmungen entkräften Missbrauchsverdacht

Das Ferienheim Puan Klent auf Sylt. Foto: Reußner
Das Ferienheim Puan Klent auf Sylt. Foto: Reußner

Die Vorwürfe waren erschreckend: Im Fall des angeblichen sexuellen Missbrauchs von Schülern auf Sylt haben Zeugenvernehmungen den Lehrer entlastet.

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28. Juni 2013, 06:49 Uhr

Hamburg/Sylt | Es waren Vorwürfe: Ein Hamburger Lehrer soll bei einer Klassenreise auf Sylt mehrere Jungen missbraucht haben. Doch die bisherigen Zeugenvernehmungen haben den Pädagogen entlastet. Es gebe derzeit keinerlei Anhaltspunkte, die einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den 46-Jährigen geboten erscheinen ließen, heißt es bei der Hamburger Staatsanwaltschaft. Einzelheiten nannte eine Sprecherin mit Hinweis auf weiter laufende Ermittlungen nicht. Noch seien nicht alle der betroffenen Schüler vernommen worden. Formal gilt der Lehrer damit weiterhin als Beschuldigter.
Dennoch zeichnet sich ab, dass es in dem Hamburger Ferienheim Puan Klent nicht zu den zunächst befürchteten sexuellen Übergriffen gekommen ist. Wie berichtet, hatten Eltern Strafanzeige gegen den Lehrer erstattet, nachdem die fünfte Klasse des Immanuel-Kant-Gymnasiums vor knapp zwei Wochen von einer Sylt-Klassenreise nach Hamburg-Sinstorf zurückgekehrt war. Mehrere verängstigte Jungen sollen zuvor berichtet haben, dass sich der 46-Jährige ihnen unsittlich genähert habe. Die Rede war auch von Berührungen im Genitalbereich.

Keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch

Die Schulbehörde reagierte umgehend und beurlaubte den Mann für die letzten beiden Tage vor den Sommerferien. Mittlerweile hat die Stadt gegen ihren Angestellten eine Verdachtskündigung ausgesprochen. Diese wird automatisch nichtig, sollten die Ermittlungen eingestellt werden.
Hinweise auf sexuellen Missbrauch fanden die Ermittler bei den Befragungen der zumeist elfjährigen Jungen bisher nicht. Offensichtlich hatte der Pädagoge mehrere der Fünftklässler getröstet, die während der Klassenreise unter Heimweh litten. Dabei kam es auch zu Berührungen, die aber wohl nicht den Tatbestand der sexuellen Missbrauchs oder der sexuellen Nötigung erfüllen. Möglich, dass die Kinder auf Suggestivfragen von anderen Lehrern und ihrer Eltern die Berührungen fälschlicherweise als Übergriff dargestellt hatten.
Am Immanuel-Kant-Gymnasium heißt es, der 46-Jährige sei sowohl im Kollegium als auch unter den Schülern äußerst beliebt gewesen. Der Mathe- und Religionslehrer sei nur auf besonderen Wunsch der Schülerschaft überhaupt mit nach Sylt gereist.

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