Notfall geübt: : Vermisste Person im Kindergarten

Nachdem das Gruppenbild im Kasten war wurde die Ausrüstung unter die Lupe genommen.
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Nachdem das Gruppenbild im Kasten war wurde die Ausrüstung unter die Lupe genommen.

Feuerwehr probt mit den „Flenerk Jongen“ den Ernstfall. Einrichtungsleiter Lothar Herberger aus Gebäude „gerettet“.

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07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Auch in diesem Jahr kam die Freiwillige Feuerwehr Nebel unterstützt von Wittdüner Kameraden für eine Sicherheitsüberprüfung in den Kindergarten „Flenerk Jongen“. Nachdem der Alarm in den Räumen des Kindergartens ertönt war, begann eine zügige und ruhige Evakuierung. Innerhalb einer Minute waren die insgesamt fünf Gruppenräume leer. Alle Mädchen und Jungen waren mit ihren Erzieherinnen auf ihren Sammelplätzen eingetroffen und es wurde auf Vollständigkeit überprüft. Nur einer fehlte: Der Leiter des Kindergartens, Lothar Herberger.

Alle riefen nach ihm, doch da kam auch schon das rote Auto mit gellender Sirene um die Ecke gebogen. Die Kinder staunten und einige wurden ein bisschen nervös. Die Frage, ob es wirklich nur eine Übung ist, war in ihren Gesichtern zu lesen. Doch die Erzieherinnen und Betreuerinnen beruhigten sie und erklärten alles genau.

Ein wenig mulmig wurde einigen Kindern, als die Feuerwehrmänner unter Atemschutz in das Gebäude gingen. Doch schon nach ein paar Minuten, während die anderen Feuerwehrmänner unter kindlicher Beobachtung den Wasserweg aufbauten und die Schläuche auslegten, war die Neugierde größer als die Skepsis. Lothar Herberger wurde von den Feuerwehrmännern gefunden und auf einer Trage nach draußen transportiert. Unter Applaus und Jubel wurde er willkommen geheißen und alle freuten sich, dass der Leiter der „Flenerk Jongen“ gerettet wurde.

Jetzt hätten alle wieder in ihre Räume gehen können, aber ein gemeinsames Gruppenbild durfte nicht fehlen. Dabei verloren die Kinder auch die Scheu vor den großen Feuerwehrmännern und die Ausrüstung wurde genauestens unter die Lupe genommen. Sogar beim Einrollen der Schläuche wurde tatkräftig mit angepackt.

Das große Ereignis dauerte nicht lange, doch die Kinder werden sicher noch lange davon erzählen. Dies ist auch Sinn dieser Übung: Nicht nur, dass die Brandschützer die Räumlichkeiten und Bedingungen im Kindergarten kennenlernen, sondern auch, dass die Kinder im Notfall ruhig reagieren. Aus diesem Grund veranstaltet Feuerwehrmann Fin Zimmermann gemeinsam mit Brandschutzerzieherin Petra Müller jährlich bei den Vorschulkindern im Kindergarten einen Übungs- und Informationstag. Dann werden bestimmte Szenarien geübt, wie etwa den Notruf wählen und was man dann am Telefon sagt – was ist wichtig?

An diesem Vormittag war es ganz wichtig, auch unter der Anspannung eines Alarmsignals ruhig den Kindergarten zu evakuieren, was auch die ganz Kleinen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen mit Bravour gemeistert haben. Es war ja auch ein ganz kleiner Feuerwehrjunge unter ihnen, der nachher sogar seinem großen Vorbild ganz nah kam. Wer weiß, vielleicht wird er später auch Feuerwehrmann. Denn „wenn du nicht kommst, wer dann“, diese Kampagne der Freiwilligen Wehren auf Amrum, gilt nach wie vor. Jederzeit freuen sich die Blaujacken über neue Kameraden, in der Jugendfeuerwehr ab zehn und bei den Erwachsenen ab 16 Jahren.

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