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Projekt des Föhrer BUND : Vermeidung von Plastik wird Trend

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Insel wird Modellregion für plastikfreies Leben. Die Umweltlotterie Bingo unterstützt das Projekt.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 16:30 Uhr

Mit großen Ambitionen ist der Föhrer Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in das neue Jahr gestartet: Föhr und die Hallig Hooge sollen als Modellregionen für plastikfreies Leben in Schleswig-Holstein eine Vorreiterrolle einnehmen. „Plastikfrei wird Trend“ lautet die Überschrift. Möglich wird dieses Projekt durch die Zusage der Umweltlotterie Bingo, mit 60  000 Euro diese Bemühungen zu unterstützen.

Den Kampf gegen das Plastik, ganz speziell auch im Meer, führt die Föhrer Inselgruppe der Naturschutzorganisation schon seit geraumer Zeit. „An den Küsten fällt uns das Plastikproblem im wahren Sinne des Wortes vor die Füße. Nach Stürmen und Orkanen kann man nicht mehr übersehen, wie sehr Plastikmüll der Meeresumwelt zusetzt.“ Dies hatten Annemarie Lübcke, Vorsitzende des Föhrer BUND, sowie Renate Sieck konstatiert. Mit Aktionen zum Plastik freien Tag und Aktionen zur Strandreinigung ging es los. Dann folgten Symposien in Wyk, die zur „Keimzelle“ eines Netzwerkes wurden. Akteure von der Insel und dem Festland, von der Wyker Dampfschiffs-Reederei über die Föhr Tourismus GmbH, der Biosphäre Halligen bis hin zu zum Einzelhandelsverband und Einzelakteuren reicht die Liste derer, die bereits eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet haben. Sie alle wollen ihrer Potenziale in einen Topf werfen, um so Synergieeffekte ausnützen zu können.

Einen zusätzlichen Anstoß bekamen die Bemühungen um die Vermeidung von Plastik durch die Unterstützung des schleswig-holsteinischen Umweltministers Robert Habeck. „Ich bin Minister für Plastikvermeidung im Meer und für noch einige andere Sachen mehr“, so hatte sich der Minister bei einem Treffen in den Wyker Räumen BUND vorgestellt. Offizieller Anlass seines Besuches war seinerzeit die Zusage der Umweltlotterie Bingo gewesen, mit 10  000 Euro die Entwicklungsphase des Projektes „Plastikfrei leben in Schleswig-Holstein“ zu fördern. Dabei hatte Robert Habeck auch die Unterstützung seines Hauses bei diesem Projekt in Aussicht gestellt.

Unter der Federführung des BUND wurde daraufhin ein umfangreiches Papier erarbeitet, das auch ein Verzeichnis für Einzelprojekte enthält, die zunächst in der Modellregion umgesetzt werden sollen. Ganz offensichtlich konnte das Konzept die Vergabekommission von Bingo überzeugen. Zu den detailliert aufgeführten Einzelmaßnahmen gehören Projekte wie die Einführung verpackungsfreier Einheiten im lokalen Handel auf Föhr. Die Agenda macht auch vor der Entwicklung „kreislauffähiger Einkaufstüten“ oder auch plastikarmer Modell-Ferienwohnungen nicht halt.

Ein ganz spezielles Projekt ist die Entwicklung von Fischernetzen, die keine Scheuerfäden aus Kunststoff im Meer hinterlassen. Hier ist besonders der Wyker Fischer Henning Dulz involviert, der sich bereits intensiv mit der Problematik befasst hat.

In den kommenden zwei Jahren sollen diese Projekte verwirklicht werden, wobei der Prozess von verschiedenen Maßnahmen umrahmt wird, um Gäste und Einheimische über die ganze Problematik rund um das Plastik zu informieren. Dabei werden auch gemeinsame Strandreinigungsaktionen weiterhin auf dem Programm stehen.

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