Unimog-Kolonne auf Föhr : Urige Boliden sorgen für Aufsehen

Vor dem Haus des Gastes wurde bei „Dieselgesprächen“ gefachsimpelt.
Vor dem Haus des Gastes wurde bei „Dieselgesprächen“ gefachsimpelt.

Der Unimog-Stammtisch Nordfriesland hatte zum Treffen auf die Insel geladen. Als Basislager diente der Platz vor dem Utersumer Haus des Gastes, wo „echte Veteranen“ bestaunt werden konnten.

shz.de von
05. Juni 2014, 20:00 Uhr

Der Unimog-Stammtisch Nordfriesland hatte zum Treffen auf die Insel geladen. Als Basislager diente der Platz vor dem Utersumer Haus des Gastes, wo „echte Boliden“ bestaunt werden konnten. Versammelt waren ältere Semester (gebaut ab 1956) und auch Unimogs (Universal-Motor-Gerät) der 1980-er Jahre. „Jeder für sich ein Unikat. Unimog, der typische Allrounder: bullig, klobig, macht da weiter, wo kein Traktor mehr fährt“, wie Dirk Hildebrandt, Mit-Organisator, berichtete.

Mehrere Tage dauerte das Treffen der rollenden Schätze, und in ihrem „Basis-Lager“ in Utersum grillten die Besatzungen, kickten oder freuten sich einfach an diesem Zusammentreffen. Zwei Tage später: Überall Unimogs, „Piloten“, Fotoknipser, es wurde gefachsimpelt, gestaunt, man sah Typen, Familien und urige Maschinen. „Kein Fahrzeug gleicht dem anderen, für unterschiedlichste Einsatzgebiete jeweils der passende Unimog“, erläuterte Hildebrandt. Man sah Aufkleber mit dem simplen Statement: „Unimog – alles andere ist Behelf“.

Vor 16 Jahren trafen sich Begeisterte sowie Sammler dieser speziellen Forst- und Landwirtschafts-Fahrzeuge zum ersten Mal, initiiert vom Unimog-Stammtisch Nordfriesland. Diverse Baureihen und Ausstattungs-Modifikationen sind unverwüstlich und hätten es nicht verdient, in Vergessenheit zu geraten. Womöglich war verhangenes Vormittagswetter der Grund, dass sich die Besucherschar in Grenzen hielt. Antiker Hauch wehte zwischen aufgefahrenen Oldies umher. Für das Auge war einiges geboten – selten, dass man diese Allrad-Maschinen in solcher Anzahl zu sehen bekommt. Einige sind zu Wohnmobilen umfunktioniert worden, andere hatten ihre ursprüngliche Form inklusive „Froschaugen“-Lichtanlage behalten. Hingucker mit Seele und Charakter – Unimogs sind Klassiker der Kindheit.

Sonnabendmittags setzte sich die fröhliche Kolonne mit dem Ziel Süderende in Bewegung. Als überraschend gemütlich erwiesen sich die Sitze im rustikalen Cockpit. Unterwegs blieben Passanten und Radfahrer stehen, man freute sich, schoss Fotos und winkte den Unimogs zu. In Süderende angekommen, gab es eine Kirchen- und Friedhofsführung, mit Erklärungen zur Historie von Klaus Boje. Anschließend knatterten alle Boliden zur Dorfbesichtigung nach Nieblum, weiterhin geführt von Klaus Boje, der die Teilnehmer später auch zum Hafen begleitete. Unter Unimog-Liebhabern finden sich viele Gesellschaftsgruppen – alle Besitzer eines Fahrzeuges mit erhaltenswerter Geschichte.

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