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Wenn Friesen feiern : Uralte Musik und fröhliche Kinder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Fering Inj ist für Föhrer Friesen ein Muss. Dieses Mal wurde eine uralte Ballade aufgeführt.

Wenn Oma und Enkelin miteinander in der Friesentracht tanzen, und der Wirt Roluf Hennig sowohl leckeres Essen als anschließend auch flotte Live-Musik serviert, dann ist „Fering Inj“, die traditionelle Veranstaltung des Fering Ferian. Dessen Vorsitzender Carl „Charly“ Rickmers freute sich über den vollen Saal und begrüßte besonders die vielen Trachtentänzerinnen, sowie Gudrun Fuchs vom Nordfriesischen Verein, Frank Nickelsen als Geschäftsführer des Friesenrats, Sektion Nord, und Omo Wilts, pensionierter Mitarbeiter der friesischen Wörterbuchstelle in Kiel und bekennender „Fering-Inj-Freund“. Mit Cornelius Daniels (Witsum), Göntje Schwab (Utersum) und Paul Raffelhüschen (Wyk) waren auch einige Insel-Bürgermeister unter den Gästen.

Die Kindertrachtentänzerinnen bestächen immer wieder mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit, so die Meinung vieler Zuschauer. Dank Leiterin Margret Ketelsen konnte auch die obligatorische Frage „Hoker as det?“ (Wer ist das?) schnell beantwortet werden. Ketelsen beherrscht nämlich nicht nur alle Schrittfolgen bis ins kleinste Detail, sondern kennt sich auch mit der Genealogie ihrer Schützlinge bestens aus.

Auch wenn es bei den vielen Übungsabenden der Trachtentänzerinnen nicht ohne die Musik vom CD-Player geht, so bewiesen Doris Lüth und Conny Prasser als begleitende Akkordeonspielerinnen, dass „Büürendaans“ und „Skyffelpolka“ zu etwas Besonderem werden, wenn sie zu Live-Musik getanzt werden. Die Utersumer und Oldsumer Tänzerinnen (Tanzleitung Kerstin Christiansen) hatten mit ihren Kolleginnen aus Midlum und Oevenum (Leitung Anke Zwanziger) ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt und präsentierten Tänze, die ehemalige Aktive in Erinnerungen schwelgen ließen und in Jüngeren die Tanzlaune erst so richtig weckten.

Vom dreistimmigen Gesang ihrer Kolleginnen unterstützt, interpretierten einige Friesinnen die wahrscheinlich aus dem 14./15. Jahrhundert stammende Tanzballade „A reder treed a baierdaans“, die tragische Geschichte einer vermeintlich unzüchtigen Schwester, die am Ende durch das Schwert ihres jüngsten Bruders den Tod findet. Beeindruckend für Interessierte war es, dass selbst Muttersprachler den Text nicht verstehen konnten und dass bei den Probeabenden immer wieder über die richtige Aussprache diskutiert worden war. Nach „Lieder und Tänze von Föhr und Amrum“ von Volkert Faltings hatte diese Ballade von je her einen besonderen Stellenwert auf der Insel, wurde zum Teil vergessen, um dann aus der Erinnerung einiger weniger wieder aufzuerstehen.

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