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Aktiver Verein : Unterstützung beim Start auf Föhr

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Fußball, Sprachunterricht und Kleingartenparzelle: Bei den Flüchtlings-Helfern wird Integration ganz groß geschrieben.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 12:15 Uhr

„Ich war mir gar nicht bewusst gewesen, was auf mich als Vorsitzender zukommen wird“. Volker Meuche, Chef des Vereins Flüchtlingshilfe Föhr-Amrum, freute sich zur ersten Mitgliederversammlung der noch jungen Organisation in der Wyker Strandstraße einen recht große Kreis Interessierter begrüßen zu können. Der Bericht Meuches über die vergangenen Monate machte deutlich, dass der Vorstand nicht auf der faulen Haut lag, sondern die Aktivitäten von Siegfried Rettig fortgeführt und weiter ausgebaut hat. Insofern wurde Volker Meuche bescheinigt, dass er und seine Mitstreiter die Erwartungen absolut erfüllen.

Zur Zeit werden auf Föhr und Amrum 126 Flüchtlinge beherbergt, wobei Afghanen und Syrer die größte Gruppe stellen. Beim Amt Föhr-Amrum sind Hafedh Ben Masour und Marko Christiansen für deren Betreuung zuständig. Es werden den Asylbewerbern inzwischen, wie Volker Meuche informierte, vielerlei Aktivitäten vom Schwimmen bis zum Fußball angeboten.

Bereits im Juni wird es für Flüchtlinge mit Anerkennung ernst mit dem Erlernen der deutschen Sprache. Unter den Fittichen der „Bildungsschmiede“ wird der 300 Stunden umfassende Kurs in Wyk organisiert, wobei Manfred Thomsen aus Alkersum als Lehrer fungiert. Thomsen, der seit etwa zwei Jahren auf Föhr lebt, ist als Gymnasiallehrer, der aber überwiegend in der Erwachsenenbildung – Deutsch für Ausländer – tätig war, berechtigt, die Prüfungen seiner Schüler abzunehmen. Als begleitende Kraft konnte Klaus Wrobel gewonnen werden. Manfred Thomsen bat die Mitglieder, zwar weiterhin mit den Flüchtlingen auf Deutsch zu kommunizieren, aber keine Unterrichtsversuche zu starten.

Ganz neu ist, dass die Flüchtlinge eine Parzelle im Kleingarten an der Wyker Schifferstraße bewirtschaften. Mike Große, Vorsitzender des Kleingartenvereins, war eigens in die Strandstraße gekommen, um über den Stand der Dinge zu informieren. Dabei verwies er darauf, dass sein Verein im ersten Jahr die Pacht übernehme. „Die Parzelle war recht verwildert und muss nun erst wieder in Schuss gebracht werden.“

In seinem Tätigkeitsbericht informierte Volker Meuche unter anderem über erste Versuche, mit Arbeitgebern auf Föhr ins Gespräch zu kommen, sowie über die Mitarbeit in der Stabsstelle beim Amt, wo alle Informationen über die Flüchtlinge zusammenlaufen und gebündelt werden. Der Runde Tisch, der für alle offen ist, soll nach Mitteilung des Vorsitzenden wieder belebt werden. Außerdem wird in der Badestraße ein Büro des Vereins eingerichtet, das von Hafedh Ben Mansour genutzt werden kann. „Das soll ein sozialer Raum außerhalb des Verwaltungsgebäudes werden. Außerdem sollen sich hier Einheimische und Flüchtlinge treffen können“, so der Wunsch von Ben Masour.

Wichtig ist nach Meuches Überzeugung, dass die Migranten beim Eingewöhnen in den Alltag Unterstützung bekommen, wobei er unter anderem die Mülltrennung erwähnte. „Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein“, weshalb nun auch der Einsatz der bisherigen Koordinatoren möglichst verstärkt werden soll. „Die Aktivitäten müssen sich einspielen und miteinander verzahnt werden“.

Um die Flüchtlingshilfe Föhr-Amrum vorzustellen soll nach dem Wunsch der Mitglieder in der Parzelle an der Schifferstraße ein Gartenfest für alle Interessierten organisiert werden. Auf einen Termin konnte man sich nur insoweit einigen, dass er erst nach dem Abschluss des Ramadan sein kann. Der islamische Fastenmonat endet in diesem Jahr am 5. Juli.

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