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Insel-Bote

17. August 2017 | 19:37 Uhr

Standpunkt : Unfassbar

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auf den Inseln lernt jedes Kind schon früh, dass das Watt seine Tücken hat und Wanderungen über den Meeresboden selbst bei schönstem Wetter lebensgefährlich werden können – dann nämlich, wenn plötzlich Nebel aufzieht und selbst Ortskundige ganz schnell die Orientierung verlieren. Erfahrene Wattführer haben deshalb immer eine Notfallausrüstung dabei. Zu der gehört neben einem Kompass auch ein Strick, an dem sich bei Nebel alle Teilnehmer an der Tour festhalten können, um so eine Kette zu bilden, aus der niemand verloren geht.

Doch Inselgäste unterschätzen die Gefahren immer wieder, marschieren ohne Führer einfach drauf los und geraten in Panik, wenn ihnen bei auflaufendem Wasser plötzlich ein Priel den Rückweg versperrt oder sie von der Dämmerung überrascht werden. Rettungseinsätze, in denen Gäste aus solchen Situationen geborgen werden mussten, haben sich in diesem Jahr gehäuft, berichten Feuerwehr und DLRG übereinstimmend.

Es ist schlimm genug, wenn erwachsene Wattwanderer sich selbst – und vielleicht auch noch ihre Retter – in Gefahr bringen. Doch wenn zwei Betreuer mit den ihnen anvertrauten Kindern nach Sonnenuntergang und bei deutlich aufziehendem Nebel bis zur Fahrrinne hinauslaufen und dabei nicht einmal darauf achten, dass die Gruppe eng zusammen bleibt, so ist das nicht nur unverantwortlicher Leichtsinn. Dieses Verhalten ist schlicht unfassbar.

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erstellt am 22.Sep.2014 | 16:26 Uhr

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