zur Navigation springen

Am Wyker Hafen : Unfall überschattet Weihnachtsbetrieb

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit Verletzungen ausgeflogen: Ein Reederei-Mitarbeiter stürzte bei einem Anlegemanöver in die Nordsee. Hoher Wasserstand hat den Fährverkehr behindert.

Stürmische Weihnachten 2016: Pünktlich zu den Festtagen gab es den ersten richtigen „Herbst“-Sturm dieses Jahres. Und ausgerechnet am zweiten Weihnachtstag, an dem traditionell die meisten Gäste anreisen, die den Jahreswechsel auf den Inseln verleben wollen, brachte hoher Wasserstand den Fährverkehr durcheinander.

Überschattet wurde der Tag für die Mitarbeiter der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) aber vor allem wegen eines Arbeitsunfalls, der sich am Mittag am Anleger 3 in Wyk ereignet hatte. Wie WDR-Chef Axel Meynköhn berichtete, fiel gegen 12 Uhr ein Mitarbeiter beim Anlegemanöver der „Nordfriesland“ ins Wasser – vor den Augen seines Kollegen, der an Land die Leine in Empfang nehmen wollte. „Der hohe Wasserstand bedeutete da Glück im Unglück“, so Meynköhn. Der Kollege habe den Verunglückten, der – „auch das ein Glücksfall“ – eine Rettungsweste getragen habe, gleich packen und an Land ziehen können. Allerdings sei der Mann, den sein Chef als langjährigen, sehr erfahrenen Mitarbeiter beschreibt, kurzzeitig zwischen Schiff und Dalben eingeklemmt gewesen und habe sich dabei verletzt. „Er war aber ansprechbar, ich konnte selbst mit ihm sprechen“, berichtet Meynköhn. Der Notarzt habe dann entschieden, den Mann vorsichtshalber nach Flensburg ausfliegen zu lassen. „Das war der erste schwere Arbeitsunfall, seit ich bei der WDR bin“, so Meynköhn, der seit 1998 Geschäftsführer der Reederei ist. Der genaue Unfallhergang soll morgen untersucht werden.

Richtig sauer war Axel Meynköhn übrigens auf Gaffer, die am Wyker Anleger herumstanden und von dort sowie von Bord der „Nordfriesland“ aus mit ihren Handys Unfall und Rettungsmanöver gefilmt hätten.

Auf Facebook kursierten derweil Gerüchte, dass der Fährverkehr wegen des Unglücks eingestellt worden sei. „Auf den Fährverkehr hatte der Unfall keine Auswirkungen“, betont dagegen Meynköhn. Tatsächlich hätte aber der Wasserstand den Fährverkehr behindert. „Das Wasser war auch zwei Stunden nach Hochwasser kaum abgelaufen“ berichtet Meynköhn. „In Wyk hat es über eine Stunde gedauert, bis ‚Nordfriesland‘ und ‚Uthlande‘ anlegen konnten“, so der WDR-Chef. Und in Dagebüll hätten zunächst nur die Fußgänger die „Rungholt“ verlassen können, die nasse Füße in Kauf nehmen wollten. Trotzdem pendelten die Fähren den ganzen Tag weiter zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum.

Die heftigsten Sturmböen werden ohnehin erst für den Abend und die Nacht erwartet, für das Mitternachts-Hochwasser ist sogar eine kleine Sturmflut angekündigt worden – die erste der Saison.

Nach den Prognosen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) soll das Wasser dann rund 1,50 Meter über normal auflaufen. Und so tauschten die Mitarbeiter des Hafenbetriebs heute Nachmittag ihre Festtags- gegen Arbeitsklamotten und schlossen die Stöpe am Wyker Rathausplatz – zum ersten Mal in diesem Winter.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Dez.2016 | 19:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen