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Insel-Bote

20. Oktober 2017 | 09:41 Uhr

Rattenplage : Unbeliebte Neu-Insulaner

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Info-Abend im Norddorfer Seeheim: Die Amrumer Gemeinden sagen den Nagetieren den Kampf an.

Zugegeben, dass Thema „Ratten“ ist für viele Menschen ekelig und unangenehm. Noch schlimmer ist allerdings, dass die Tiere gefährliche Krankheiten wie Fleckfieber, Tuberkulose oder Tollwut übertragen können. Außerdem sind Ratten Hygieneschädlinge, die Vorräte und Nahrungsmittel verunreinigen und Kabel und elektrische Anlagen anknabbern können. Und sie vermehren sich rasant. Man geht davon aus, dass ein Pärchen innerhalb eines Jahres bis zu 300 lebensfähige Nachkommen zur Welt bringen kann. So kann aus nur einem Pärchen recht schnell eine ausgewachsene Rattenplage werden. Da ist Eile bei der Rattenbekämpfung geboten.

Dass es auch auf Amrum ein Problem mit Ratten und deren Vermehrung gibt, ist nicht wegzudiskutieren. Deshalb fand jetzt eine Informationsveranstaltung der drei Amrumer Gemeinden zu diesem Thema im Norddorfer Seeheim statt. Zwei professionelle Schädlingsbekämpfer aus Husum berieten während der rund zweistündigen Veranstaltung rund 60 Insulaner ausführlich über Maßnahmen zur Rattenbekämpfung.

„Ja, es gibt auch auf Amrum ein Problem mit Ratten“, stellte Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Und ergänzte: „Wir werden hier auf Amrum sicher nicht mehr frei von Ratten sein, aber wir alle müssen nun Maßnahmen einleiten und unterstützen, um die Vermehrung der kleinen Nagetiere einzudämmen“.

Damit sprach er


aus, was viele Insulaner in der Vergangenheit nur allzu gerne ignoriert und totgeschwiegen haben. Fakt ist jedoch, dass die Ratten sich in den vergangenen Jahren auf der Insel ausgebreitet und zahlreich vermehrt haben. Besonders betroffen sind dabei die Gebiete um die Amrumer Nordspitze und die Dünen. Aber auch in den Inselorten ist es in der Vergangenheit immer häufiger zu Begegnungen mit den Nagetieren gekommen. Oft sind die Probleme hausgemacht. So finden die Tiere durch arglos weggeworfene oder falsch entsorgte Lebensmittel sowie falsche Kompostierung oftmals einen reich gedeckten Tisch vor. Spätestens wenn Spuren von Ratten oder ein Rattenbefall festzustellen sind, muss gehandelt werden.

In diesem Zusammenhang wies der Ordnungsamtsleiter des Amtes Föhr-Amrum, Jörg Michelsen, nochmals eindringlich auf die „Allgemeinverfügung zur Rattenbekämpfung auf den Inseln Föhr und Amrum“ hin, nach der alle Einwohner, Eigenheimbesitzer und Gewerbetreibende jedes Jahr im Zeitraum vom 1. November bis zum 30. März zur Rattenbekämpfung verpflichtet sind. Sollte ein Rattenbefall festgestellt werden, ist der Grundstückseigentümer dazu verpflichtet, diesen zu melden und Maßnahmen zur Bekämpfung einzuleiten. Meistens sind die Nager an Kotresten, Nage-, Schmier- und Laufspuren und durch ihren Geruch zu erkennen.

Die Bekämpfung der Ratte fängt schon mit der Vorbeugung an. Die Schädlingsbekämpfer rieten, keine Speise- und Nahrungsreste achtlos herumliegen zu lassen oder über die Toiletten zu entsorgen. Und es sei unbedingt zu vermeiden, gekochte Abfälle auf dem Komposthaufen zu deponieren oder Speisereste in der gelben Tonne zu entsorgen.

Wie die Husumer Fachleute berichteten, ist das Problem meistens schon durch einfache Maßnahmen zu lösen. So sollten die Deckel von Mülltonnen immer geschlossen sein und unvergitterte Kellerfenster nicht offen stehen gelassen werden. Auch heruntergefallenes Vogelfutter könne Ratten anlocken. Schäden und Öffnungen an Gebäuden, über die Ratten eindringen könnten, sollten geschlossen werden. Es bestehe auch die Möglichkeit, die Kanalisation mit Metallgittern zu sichern oder sogenannte Rückstauklappen in den Toilettenrohren zu installieren. Am einfachsten sei es jedoch, erst



einmal sogenannte Köderboxen aufzustellen. Die Ratten fressen den darin ausgelegten Giftköder und verenden nach einiger Zeit durch inneres Verbluten. Um mit dieser Methode zum gewünschten Erfolg zu kommen, sei es wichtig, leere Köderbeutel regelmäßig zu erneuern. Erst wenn die Beutel nicht mehr angerührt werden und keine weiteren Spuren der Tiere gefunden werden, könne von einem Erfolg gesprochen werden. Köderboxen und die dazugehörigen Köderbeutel können über das Amt Föhr-Amrum bezogen werden.




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