Standpunkt : Unangemessen

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19. Juni 2015, 09:00 Uhr

Das neue Domizil des FSV Wyk ist fertig, das Verhältnis zwischen dem Verein und der Stadt unterkühlt. Wohlwollend ausgedrückt, denn das Anspruchsdenken der Fußballer ist den Politikern gehörig auf die Nerven gegangen. Forderungen waren nicht immer diplomatisch vorgetragen worden, im Gegenzug wurden zugesagte Eigenleistungen nicht erbracht. Nicht zuletzt, weil die Vereins-Führungsriege die Kröte schlucken musste, dass das Helu-Heim auch anderen Gruppen zugänglich sein soll. Dass dies auch in früheren Jahren so war, wurde schlicht ausgeblendet. Denn ob Vorschule, Wyker Trachtengruppe oder Schach-Spieler, alleinige Nutzer waren die Fußballer nie. Dass auch beim jüngsten Ortstermin „Gemotze“, wie es der SPD-Politiker Holger Frädrich ausdrückte, statt Anerkennung zu hören war, spricht für sich. Denn Anerkennung wäre angebracht, vor dem Hintergrund, dass die Stadt dem Verein für gut 800  000 Euro ein Sportlerheim zur Verfügung stellt, das – wie auch der FSV-Vorsitzende Gerd Köster einräumte – überaus gelungen ist. Vergleichbares dürfte es im Land kaum geben; andere Vereine werkeln nach Feierabend, suchen Sponsoren und werden von Fördervereinen unterstützt. Insofern hat sich die Stadt um den Fußball auf der Insel verdient gemacht. Chapeau!

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