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zukunftsvision : Umweltbewusstsein leicht gemacht

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit dem Start der ersten Fähre von Dagebüll nach Föhr hat heute ein neues Zeitalter für Urlauber und Insulaner begonnen: Auf der Insel ist das Autofahren nur noch mit speziellen CO2-Filtern erlaubt.

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erstellt am 01.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Mit dem Start der ersten Fähre von Dagebüll nach Föhr hat heute ein neues Zeitalter für Urlauber und Insulaner begonnen. Mit der Schnellmontage sogenannter CO2-Filter an die Auspuffrohre der Kraftfahrzeuge soll Föhr nach Helgoland die zweite CO2-freie Insel Deutschlands werden. Unterstützt wird die Inititative von der Föhr Tourismus GmbH (FTG) und der Wyker Dampfschiffs-Reederei sowie mit Geldern von Land, Bund und der Europäischen Union.

27 Männer und drei Frauen sind zunächst ein Jahr eingestellt, um im Schichtdienst auf den Fähren die Schnellmontur der Filter sicherzustellen. „Zwei bis drei Minuten brauchen wir pro Auto“, berichtet Projektleiter Hannes Petersen aus Niebüll, der seit Wochen mit seinem Team für die Aktion trainiert. Die Montageteams sind in Dagebüll, Wyk und Wittdün positioniert und arbeiten jeweils zu dritt auf einer Fähre.

„Ziel ist es, Föhr ein gesundes Image zu verpassen“, nennt FTG-Chef Armin Korok die Hintergründe. Zusammen mit der Fachhochschule Heide sei das Projekt in die Wege geleitet worden und auf große Zustimmung auch in der Landespolitik gestoßen.

„Föhr zeigt, wie es gehen kann“, erklärte Umweltminister Robert Habeck gegenüber unserer Zeitung. 574 000 Euro fließen bis zum Jahresende aus dem Haushalt des grünen Umweltministers in das Projekt, mit dem die CO2-Belastung reduziert werden soll. „Wir sind nicht so naiv, zu meinen, damit wären alle Probleme gelöst“, ergänzt der Minister und sieht die Aktion eher als Signal, das Umweltbewusstsein der Autofahrer zu verstärken.

Kritik kommt von der Landes-CDU. Verkehrs- und Tourismusexperte Hans-Jörn Arp warnt vor zuviel Bürokratie und einem möglichen Imageschaden. „Wenn die Urlauber das Gefühl haben, auf Föhr und Amrum werden sie abkassiert, machen sie einen Bogen um die Inseln.“ Eine berechtigte Kritik, denn die Autofahrer werden zur Kasse gebeten. 18,50 Euro kosten Montage, Demontage und Mietgebühr. „Pro Woche“, unterstreicht Projektleiter Petersen.

Für die Insulaner wird es günstiger: Bereits mit fünf Euro ist man dabei, muss allerdings den CO2-Filter auch nutzen, wenn man nicht mit der Fähre unterwegs ist. Auf den Inseln sollen deshalb vier Servicestationen den schnellen Montageservice sicherstellen, da spätestens nach sieben Tagen ein neuer Filter montiert werden muss.

Im Kieler Landeshaus setzt man derweil auf weitere Forschungsergebnisse aus Braunschweig, wo der Filter entwickelt wurde. „Ich gehe davon aus, dass wir bis zur Sommersaison einen Filter entwickelt haben, der bis zu vier Wochen hält und damit Kosten, Zeitaufwand und Arbeitsstunden reduziert,“ unterstreicht ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

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