Um Jahre verspätetes Hochzeits-Geschenk

Machten einen ungewöhnlichen Fund vor der Godelniederung: Bärbel und Jürgen Steinke. Foto: pk
Machten einen ungewöhnlichen Fund vor der Godelniederung: Bärbel und Jürgen Steinke. Foto: pk

In Witsum angeschwemmt: Flaschenpost war acht Jahre unterwegs

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15. Oktober 2011, 07:44 Uhr

Witsum | Eigentlich waren sie auf der Suche nach "Hühnergöttern". Doch nach dem Strandspaziergang vor der Godelniederung hatten Bärbel und Jürgen Steinke nicht nur etliche dieser durchlöcherten Steine in der Tasche, sondern auch eine Flaschenpost.

Die Flasche, die dort von der Flut angespült worden war, stach den beiden Urlaubern aus Hamburg gleich ins Auge, zumal auf dem darin enthaltenen Brief die Jahreszahl 2003 deutlich zu erkennen war. Allerdings ließ sich der Brief nicht so einfach her ausfischen, so dass die Flasche mit ins Nieblumer Ferienquartier genommen wurde. "Und auf der Rückfahrt lief dann im Autoradio Stings Message in a bottle. Das passte", schmunzelt Jürgen Steinke.

Wieder im Quartier angekommen, nahmen die Steinkes ihren Fund genauer unter die Lupe. Die Karte darin stammte offenbar von einer Hochzeitsfeier vor acht Jahren. Am 12. September 2003, so steht auf der Karte, haben in Süderbrarup Diana und Urs Köhler geheiratet. Alle Hochzeitsgäste sollten eine Flaschenpost mit guten Wünschen und einem Geschenkgutschein abschicken. So befand sich in der jetzt auf Föhr angespülten Flasche ein Gutschein für den Besuch des "Quatsch Comedy Clubs" im Berliner Friedrichstadtpalast.

"Wir werden die Karte auf jeden Fall an das Hochzeitspaar schicken", kündigen Bärbel und Jürgen Steinke an. Gespannt sind sie vor allem darauf, wo die Flaschenpost ins Wasser geworfen wurde, die offenbar acht Jahre im Meer dümpelte und dabei viele Stürme unbeschadet überstanden hat. Und ob das Paar, das damals geheiratet hat, sich über das verspätete Hochzeitsgeschenk freut, oder womöglich gar nicht mehr zusammen ist? Steinkes hoffen jedenfalls, aus Süderbrarup eine Antwort zu bekommen.

Der Fund in dieser Woche war übrigens nicht die erste Flaschenpost, die Bärbel und Jürgen Steinke vor die Füße geschwemmt wurde. Das Ehepaar kommt schon, seit die Kinder klein waren, regelmäßig zur Familie Cohrs nach Nieblum, inzwischen sind auch die Enkel schon Stammgäste auf Föhr. Drei bis vier Mal im Jahr sind die Steinkes auf der Insel und vor ein paar Jahren haben sie schon einmal eine Flaschenpost gefunden. "Die stammte von einem Kind und war nur kurze Zeit im Wasser", berichtet Bärbel Steinke.

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