zur Navigation springen

Amrum : Überlaufdeich bleibt das Sorgenkind

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Inspektion der Küstenschutzanlagen: Die Vertreter der Amrumer Gemeinden weisen auf neuralgische Punkte hin.

Baubereichsleiterin Tanja Nikolaysen vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) hatte bei der turnusmäßigen Herbstdeichschau auf Amrum ein offenes Ohr für die Anregungen und Darstellungen der Problemfälle an den unterschiedlich gearteten Küsten der Insel. Verteter der drei Insel-Gemeinden führten die Besucher vom Festland, zu denen auch der stellvertretende Landrat Jörg Friedrich von Sobbe und die stellvertretende Fachbereichsleiterin Stephanie Sandtmann gehörten, zur Begutachtung der Deiche, Uferschutzeinrichtungen und des biotechnischen Küstenschutzes über die Insel.
Tanja Nikolaysen ließ allerdings trotz des Verständnisses für die Amrumer Besonderheiten keinen Zweifel daran, dass die Küstenschützer nicht in jedem Fall sofortigen Handlungsbedarf sehen. Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier machte bei der Begehung des Überlaufdeiches zwischen Wittdün und Steenodde deutlich, dass die Insulaner für diesen bereits überplanten Küstenabschnitt reichlich Geduld aufgebracht hätten. Nun sei es an der Zeit, dass dieses Deichbauprojekt umgesetzt werde. Sein Wittdüner Amtskollege Jürgen Jungclaus sah ebenfalls die Landesküstenschützer gefordert, den Überlaufdeich kurzfristig zu ertüchtigen.

Dass Deichprofil und Kronenhöhe des Überlaufdeiches nicht den definierten Anforderungen entsprechen, sahen die Teilnehmer an der Deichschau allein an der steilen Rückseite, an der der Mähroboter beim Mähen an seine physikalischen Grenzen kommt. Der LKN-Abschnittsleiter für die Inseln Föhr, Amrum und die Halligen, Werner Paulsen, berichtete, dass durch die Menge des Grasschnitts das Kettenfahrzeug auch schon mal ins Rutschen komme. Und am Fuß des Deichs lauere ein gut gefüllter Siel auf das teure Gerät.

Für die Leiterin des Baubereichs, die diesen am 1. Juli übernommen hat, war die Deichschau eine gute Gelegenheit, sich gemeinsam mit der stellvertretenden Fachbereichsleiterin Stephanie Sandtmann die gesamte östliche Küstenlinie Amrums anzuschauen, auch wenn Teilbereiche wie die Steilküste zwischen Steenodde und Nebel in der Eigenverantwortung der Gemeinde Nebel liegen.

Der Bereich der Norddorfer Marsch zeigte sich im Laufe des Jahres als besonders nass, berichtete der stellvertretende Bürgermeister Norddorfs, Christoph Decker. „Der Landwirt sagte bereits, dass die Marsch bei solch hohen Wasserständen landwirtschaftlich nicht nutzbar sei“, erklärte Norddorfs Tourismusschuss-Vorsitzender Gunnar Hesse. Bei der Betrachtung der Außenseite des Deiches, der auf einer Länge von rund 1,64 Kilometern die Marsch und das Dorf schützt, wurde schnell klar, warum das Wasser nicht weit genug abläuft. Der Wattbereich ist zu hoch aufgeschlickt, als das das Marschwasser bei Niedrigwasser im freien Gefälle ablaufen könne. Hier und im Sielbereich wurde der Einsatz eines Baggers vereinbart. Hierbei wird sich der Bagger auf einem Ponton befinden, um entsprechend die Ablagerungen aus dem Siel auf die Felder zu schaffen.

Von der Maßnahme an der sandigen Küste vor dem Schullandheim Ban Horn, wo gerade ein Sandpuffer aufgeschüttet wird, werden wir noch gesondert berichten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen