optimismus : Trotz Verzögerung kein Stillstand

Das Klima ist gut: Jochen Gemeinhardt (l.) und Kurt Weil sehen optimistisch in die Zukunft.
Das Klima ist gut: Jochen Gemeinhardt (l.) und Kurt Weil sehen optimistisch in die Zukunft.

Noch ist die neue Föhr Tourismus GmbH nicht gegründet. Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt sieht sein Team trotzdem auf einem guten Weg.

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24. Januar 2015, 09:00 Uhr

Seit Beginn des Jahres ist Jochen Gemeinhardt neuer Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH (FTG). Eigentlich für eine neue FTG mit einem Zweckverband der Föhrer Gemeinden als alleinigem Gesellschafter, die Ende des vergangenen Jahres gegründet werden sollte. Dass ein Aufschub nötig wurde (wir berichteten), nimmt Föhrs neuer Tourismus-Chef mit Gelassenheit.

Ohnehin muss er sich in seine neue Aufgabe einfinden, die Mitarbeiter, die Insel und die Menschen kennenlernen. Ob Bürgermeister der Landgemeinden, Geschäftsleute oder Reederei-Chef, die Begrüßungstour ist in vollem Gange. Parallel läuft das Tagesgeschäft, über das sich Jochen Gemeinhardt derzeit einen Überblick verschafft. „Die Strukturen kennenlernen, ohne zu sagen, wie machen wir es künftig“, nennt er diese Phase.

Angetan zeigt sich der Neu-Föhrer von der verbliebenen Belegschaft. Auch die freue sich auf einen Neuanfang, und dass jeder Einzelne gern bei der FTG arbeite, sei deutlich zu spüren. Verstärkt wird das Team durch Ann-Kathrin Meyerhof (Öffentlichkeitsarbeit, ab 1. Februar) und Levke Sönksen (Online). Sönksen beherrscht die dänische Sprache und hier sieht Jochen Gemeinhardt Potenzial. So sei im Gastgeberverzeichnis, das sich bisher einsprachig präsentiert, eine dänische Zusammenfassung denkbar. „Eine persönliche Note, die Sympathie schafft, wenn man Gästen aus dem Nachbarland auf Anfragen etwas schicken kann.“ Insgesamt sollen die Strukturen künftig breiter aufgestellt werden und Marketing- und Veranstaltungsabteilung sowie der Online-Bereich über ihren jeweiligen Tellerrand hinausschauen. Ein übergreifendes System, von dem sich der FTG-Chef einen Zuwachs an Ideen erhofft.

Die Planungen für das laufende Jahr sind längst in trockenen Tüchern. Mit dem Feuerwerkskünstler Joachim Schon ist man sich einig und es wird auch in diesem Jahr das Hafenfest mit dem weit über die Insel hinaus bekannten „Föhr on Fire“ geben. Gleiches gilt für die erfolgreiche Kinder-Uni. Vorerst ersatzlos gestrichen wurde „Kurs Föhr“, Freunde der „Ubena von Bremen“ und anderer Traditionssegler müssen sich also in Geduld üben. Mit Überlegungen zu möglichen Veränderungen hält sich der FTG-Chef noch zurück. Zuerst käme die Bestandsaufnahme, nach Ablauf der Saison könne man das Gesamtpaket dann auf den Prüfstand stellen. Allerdings: „Maritime Sportveranstaltungen fände ich gut, bei denen Strand und Wasser im Mittelpunkt stehen.“

Auch in Bezug auf die sinkenden Gäste- und Übernachtungszahlen sieht der gebürtige Niedersachse keinen Anlass für Aktionismus. Statt unüberlegt in die Werbeoffensive zu gehen, gelte es abzuklären, wen man neben der Kundenbindung zusätzlich gewinnen wolle. „Welche Zielgruppen sind von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein favorisiert, passen die zu uns und passt die vorgehaltene Infrastruktur?“ Erst dann käme eine großflächige, nachhaltige Werbung und parallel müsse versucht werden, die Gäste mit den vorhandenen Online-Möglichkeiten zu binden.

Den Status Quo betrachtet Gemeinhardt nicht als Stillstand. „Es geht jetzt darum, unsere Arbeit transparent zu gestalten und zu zeigen, was wir machen.“ Wichtig sei dabei die Kooperation mit den Partnern auf der Insel, denen auch vorhandene Online-Kapazitäten zugute kommen sollen. „Mir ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten und dass wir die Mittel, die wir haben, auch zur Verfügung stellen.“

Wie es mit dem Tourismus auf der Insel weitergeht, war in den vergangenen Jahren das große Thema, das in einer Zukunftskonferenz gipfelte. Deren Ergebnisse in Jochen Gemeinhadts Überlegungen einfließen, der sich auch zur umstrittenen „Friesischen Karibik“ Gedanken gemacht hat. Das Thema sei in der Vermarktung nach außen zwar gut, da es polarisiere, auf der Insel allerdings verbrannt. Folglich gebe es nur zwei Alternativen: Den Slogan mit neuen Inhalten und Aktionen füllen oder überlegen, wie eine neue Marke Föhr aussehen könnte. Nötig sei eine Werbung, die nach außen gut ankomme und zudem im Innenmarketing akzeptiert werde.

Ziel sei es, so Gemeinhardt, dass das Logo und der Slogan vermehrt von den Anbietern auf der Insel verwendet werde. Da sich in der „Friesischen Karibik“ aber niemand wiederfinde, würde es folgerichtig auch nicht genutzt. Unverzichtbar sei es jedoch, die Leistungsträger mitzunehmen. „Wenn uns das nicht gelingt, wird es sehr schwer“.

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