nostalgie und unterhaltung : Trecker-Ritt und Traktor-Olympiade

Mehr als 30 Traktoren und andere Zeugen vergangener Tage wurden am Nieblumer Ortsausgang präsentiert.
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Mehr als 30 Traktoren und andere Zeugen vergangener Tage wurden am Nieblumer Ortsausgang präsentiert.

Rollende Legenden waren am Nieblumer Ortsausgang versammelt. Der Föhrer Oldtimer-Club präsentiert seine Schmuckstücke mit Spiel und Unterhaltung. Zahlreiche Gäste folgen der Einladung.

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24. Juni 2014, 20:00 Uhr

Rollende Legenden waren, organisiert vom 1997 gegründeten Oldtimer-Club Föhr, am Nieblumer Ortsausgang versammelt. 75 Vereinsmitglieder freuten sich über regen Besuch bei bestem Wetter. Gestandene Männer wurden zu Kindern, beim Fachsimpeln und Schwärmen. Für Laien immer interessant: Ein holpriger Trecker-Ritt auf dem Beifahrersitzkissen. Da wünscht sich jeder „Copilot“ eine riesige Koppel zum Umpflügen.

Mehr als 30 Traktoren und weitere Zeugen vergangener Tage – Automobile sowie landwirtschaftliche Geräte – konnte man erblicken. Klangvolle Hersteller-Namen waren aufgefahren: Hürlimann, Hanomag, Kramer, Fendt, Lanz, McCormick und einige mehr. Frisch poliert präsentierten sich diese in Pracht und Passion wieder flott gemachten oder über Jahrzehnte gepflegten Trecker.

Den Besuchern wurde eine „Traktor-Olympiade“ im rustikalen Parcours-Stil geboten. Mit Kindern als „Beifahrer“, oben auf dem Bock, oft mit einem strahlendem Lachen. Bei den „Ritterspielen“ zeigten viele Haudegen am Steuer Geschicklichkeit und Können für das Ringstechen: Gefragt war, vom heranpreschenden Gefährt aus mittels Stange einen kleinen Metallring zu treffen. Bei der nächsten Station wurde mit Gefühl eine „Trecker-Wippe“ befahren, die es mittig auszupendeln galt, um so kurz zu verharren – Millimeterarbeit.

Ein besonderer Gast: Das „Notstromaggregat MWM Baureihe RS 20 S“ (aus dem Jahre1932, Hubraum: 21,2 Liter, maximale Drehzahl: 1250 upm). Dieses gute Stück versah seinen Dienst in einem ehemaligen Kinderkurheim. Puffend und qualmend atmete die Maschine beim Oldtimer-Event auf. Mit faszinierender Mechanik und sattem Sound erfreute sie viele Besucher. Die „alte Dame“ hatte verschrottet werden sollen, wurde jedoch von Club-Mitgliedern entdeckt und liebevoll überholt.

„Zusammen mit passendem Schaltkasten ist die Maschine auf eine Transport-Lafette montiert. Jede Menge Idealismus und fleißige Arbeitsstunden sind investiert worden, um sie präsentieren zu können“, erläuterte Dieter Völker. Die Zugmaschine des Notstromaggregats: Ein 67-PS-Deutz-Trecker (1971), der heute noch im Einsatz ist, um Teile des Rollfeldes des Wyker Flugplatzes zu bearbeiten.

Zur Sicherheit war die Freiwillige Feuerwehr in der Nähe. Und auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Man spürte guten Zusammenhalt unter allen Beteiligten. Gewöhnungsbedürftig war lediglich die Auswahl der Musikbeschallung, die glücklicherweise meistens vom Tuckern prächtiger Dieselrösser übertroffen wurde. Was alles diese betagten Fahrzeuge in der Vergangenheit geleistet hatten – ein buntes Völkchen hatte Spaß am Gucken, Entdecken und vielleicht auch Romantisieren. Originale, Sammler und viele Familien ließen sich von schönen Oldtimern verzaubern.

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