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Insel-Bote

12. Dezember 2017 | 03:52 Uhr

In WYk : Tragisches Ende eines Rundflugs

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bruchlandung neben dem Flugplatz: Eine Windböe erfasst eine Cessna. Der Pilot und beide Passagiere werden verletzt.

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2016 | 21:26 Uhr

Es war ein schockierender Abschluss der Osterfeiertage: Um 12.38 Uhr am Ostermontag verunglückte eine Maschine beim Landeanflug auf den Wyker Flugplatz. Wie die Polizei berichtet, wurde die Cessna 172 von einer Windböe erfasst, stürzte aus zirka 15 Metern Höhe ab und schlug mit dem Propeller frontal auf einer Grünfläche direkt neben dem Flugplatzgelände auf. Der 30-jährige Berufspilot war dem Polizeibericht zufolge mit einer 57-jährigen Insulanerin sowie deren 30-jährigem Sohn von einem Rundflug zurückgekommen. Durch den Aufprall wurden die drei Insassen im Flugzeug eingeklemmt und erlitten schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen. Der Pilot wurde ins Wyker Krankenhaus gebracht, die beiden anderen Insassen wurden aufs Festland geflogen. Den Sachschaden an der Maschine beziffert die Polizei mit rund 85  000 Euro.

Die Flugzeuginsassen hatten dabei noch Glück im Unglück: Der Rettungshubschrauber aus Niebüll hatte gerade am Wyker Flugplatz einen Patienten von Amrum abgesetzt und wollte wieder starten, als sich das Unglück ereignete. Die Besatzung konnte sich gleich um die Verletzten kümmern und wurde dabei von einem Arzt der Wyker Klinik unterstützt, der ebenfalls zufällig vor Ort war.

Zusätzlich wurde ein zweiter Rettungshubschrauber aus Rendsburg alarmiert. Die Wyker Feuerwehr war mit 36 Mann und drei Fahrzeugen angerückt und stabilisierte das Flugzeug mit Seilen, um es vor einem Zurseitekippen zu bewahren. Der stärker werdende Wind und der einsetzende Regen machten die Arbeit für die Rettungskräfte nicht leichter. Glücklicherweise lief aber kein Treibstoff aus, sodass zu keiner Zeit die Gefahr eine Brandes oder gar eine Explosion bestand. Die Helfer konnten sich also voll und ganz auf die Versorgung der Verletzten konzentrieren. „Als wir ankamen, waren die Personen schon geborgen“, berichtet Wyks Wehrführer Kai Sönnichsen. Einer seiner Feuerwehrkollegen saß zufällig im Flugplatz-Restaurant, als die Maschine abstürzte. „Ich habe sie schon unten gesehen und meine dann gehört zu haben, wie der Pilot durchgestartet ist. Kurz danach bin ich auch schon losgerannt“, berichtet er.

Auf der Wiese neben der Baustelle für die Kartbahn bot sich den Helfern von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ein Bild der Verwüstung: Die Cessna einer Rund- und Charterflugfirma lag halb auf einem Fußballtor, die Nase war eingedrückt und ein Rad verloren. Noch im Umkreis von zehn Metern konnte man Splitterteile der Windschutzscheibe finden.

Nach dem Abtransport der Verletzten musste mit dem Bergen der Maschine gewartet werden, bis das Wrack von der Polizei und Experten der deutschen Flugunfalluntersuchung freigegeben wurde, um die genaue Unfallursache und auch den Hergang des Unglückes untersuchen und rekonstruieren zu können. Der Unfall-Sachverständige ist bereits gestern am Spätnachmittag auf Föhr eingetroffen und hat das Flugzeugwrack in Augenschein genommen.

Wie bei jedem Unfall hatten sich auch am Ostermontag wieder einige Sensationslüsterne versammelt, um vom Fehrstieg aus einen Blick auf das verunglückte Fluggerät und die verletzten Insassen zu erhaschen. Doch die Gaffer hatten keine Chance: Um die Geretteten vor neugierigen Blicken zu schützen, hatte die Feuerwehr geschickt ihre beiden Fahrzeuge als Sichtschutz vor dem Wrack aufgebaut.

Das Flugzeug kam nur wenige Meter neben dem gerade errichteten Gebäude der künftigen Kartbahn zu Boden „Man mag sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn die Bahn bereits in Betrieb gewesen wäre“, meinte ein Mitglied der Feuerwehr.

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