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Turbulenter Amrum-Abend : Tolle Stimmung beim Dinner for One

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Theaterstück „hulkinj“ der Öömrang Teooterskööl: Verspätete Silvesterfeier sorgt für tosenden Applaus und Lachsalven im Publikum.

Monatelange Proben gingen dem ersten Auftritt vor Publikum der Öömrang Teooterskööl mit ihrem friesischen Theaterstück „hulkinj“ (Silvesterabend) voraus. „Jetzt ist es endlich soweit, und da wir schon seit Wochen Silvester feiern, hoffen wir, dass wir jetzt bald wirklich ins neue Jahr kommen“, lächelt Marret Dethlefsen bei ihrer friesischen Eröffnungsrede, denn in diesem Theaterstück dreht sich alles um den Silvestertag.

Was machen Amrumer am letzten Tag des Jahres? Natürlich dreht sich alles um das Thema „hulken“, das heißt, die Insulaner verkleiden sich und gehen von Haus zu Haus. Die Besuchten müssen erraten, wer hinter der Maske steckt. Als Belohnung bekommen die Kleinen Süßigkeiten und die Erwachsenen eine alkoholische Erfrischung. Eine uralte Tradition, die bis heute gepflegt wird.

Doch als was geht man, was soll die Verkleidung sein? Wie jedes Jahr ist auch an diesem Tag Tochter Kirsten, gespielt von Steffi Wollny, wieder ein bisschen spät dran. Doch der Fundus an Hulk-Sachen aus den vergangenen Jahren bietet immer eine passende Kostümierung. Unterstützt wird sie von ihren beiden besten Freundinnen Lena (Frauke Jensen) und Susi (Ronja Wollny), die bei der Durchsicht der Verkleidungen für ordentlich Unordnung sorgen. Einen Schnaps später dann die zündende Idee: Man will als Girl-Group mit dem Titel „Atemlos“ durch die Häuser und Dörfer ziehen.

Während die Jugendlichen sich also auf den großen Abend vorbereiten, schwelgen Mutter Ella (Marret Dethlefsen) und Vater Ernie (Jürgen Krahmer) mit ihren Nachbarn Stine und Hannes (Marianne und Peter Ottner) in den Erinnerungen aus alten Zeiten, als sie selbst noch Hulken waren. Auch hier wird mit dem traditionellen „sünjhaid“ angestoßen. Zurechtgemacht und aufgehübscht geht es dann im zweiten Akt mit „Ongurd för een“ (Dinner for one) weiter. Die Bühne wird zur Kulisse für den legendären Sketch von 1963. Akribisch genau bereitet Butler Frank (in Szene gesetzt von Hans Borrs) das Geburtstagsdinner von Mrs. Beb (Elisabeth Konrad) vor. Das Publikum kann sich von der ersten Minute an kaum halten vor Lachen, denn die Darsteller sind, auch wenn das Tiger- durch ein künstliches Kuhfell ersetzt wurde, dicht am Original. „Die beiden sind fantastisch und Hans Borrs Auftritt wirklich fernsehreif“, jubelt eine Zuschauerin und wischt sich die Lachtränen aus dem Gesicht.

Nach 18 Minuten ist alles vorbei und der dritte Akt wechselt wieder in das Wohnzimmer von Ella und Ernie, die zusammen mit Stine und Hannes die ersten Hulken begrüßen und erraten. Andreas Knauer taucht als rosa Hase auf und einen grandiosen Gastauftritt – ebenfalls im Hasenkostüm – hat Jan Ruth, der sonst in der friesischen Theatergruppe Theno aktiv ist. Schneewittchen (Maren Callsen), die böse Hexe (Elisabeth Konrad), drei Zwerge, welche vier schon verloren haben, und ein Flugkapitän in Begleitung einer langbeinigen Blondine sind weitere Hulken. Alle bis auf die blonde Schönheit werden erraten. Verzweifelt wird nach dem Namen der Dame gesucht und erst spät fällt bei Ella der Groschen: ihr Mann Ernie steht als Hulk vor ihr.

Jürgen Krahmer erntet für seinen Auftritt in Stöckelschuhen und Minirock tosenden Applaus und das Ende naht. Mit einem friesischen Countdown wird mit dem Publikum mit „a seegnet neijaur“ das neue Jahr begrüßt. Und immer noch Applaus für ein tolles Theaterstück, das mit dem Schauspiel „Ongurd för een“ sein absolutes Sahnehäubchen bekommen hat. Gratulation an Annegret Wollny und Jürgen Krahmer, die auch bei diesem Stück die kreative Schreibfeder geschwungen haben.

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erstellt am 20.Feb.2016 | 18:00 Uhr

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