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Jazz goes Föhr : Tolle Konzerte und ein gut gelauntes Publikum

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Macher ziehen nach der 17. Auflage eine rundum positive Bilanz. Das Festival hat sich in der Szene längst fest etabliert. Selbst Musiker aus Australien wollen auf Föhr spielen

„Egal, ob die Menschen aus Schweden, Holland, Norwegen oder Kassel kommen, die Musik verbindet sie, und sie verstehen sich ohne Worte“. Andrea Gmelin, Vorsitzende des Fördervereins Musikschule Föhr, zog nach einer Woche „Jazz goes Föhr“ dieses Fazit, das wohl alle Besucher der Konzerte im Wyker Kurgartensaal ohne Vorbehalt unterschreiben würden. Auch die Sommerhitze hielt Jazz-Freunde nicht von der Teilnahme am Festival ab, dessen Konzerte insgesamt sogar noch besser als 2013 besucht waren.

Zum 17. Mal haben die Macher des Festivals dafür gesorgt, dass die Insel swingt. Dabei sei es, so der künstlerische Leiter Wolfgang Philipp, ein besonderes Anliegen, ein möglichst abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Der gute Ruf des Föhrr Jazz-Festivals in der Szene sorgt dafür, dass sich Musiker mit Demo-Bändern um die Teilnahme bewerben. Selbst aus Neu Delhi und aus Australien seien schon Anfragen auf Föhr eingetroffen.

Zwar gab es dieses Mal kein durchgehendes Motto wie in früheren Jahren. Doch die Konzerte, in denen unterschiedlichster Sound geboten wurden, erfüllten alle den Anspruch, musikalische Qualität zu bieten, die Zuhörer zu begeistern und sie in das Reich des Swing zu entführen.

Nach der Festival-Eröffnung im Flughafenrestaurant durch das Föhrer Public Rehearsal Jazz Quartet, ging es an den kommenden Tagen Takt auf Takt weiter mit Cécile Verny und ihrem Quartett, das eine ganz besondere Mischung, inklusive afrikanischer Rhythmen bot. „Alte Hasen“, so Wolfgang Philipp, sind Wolfgang Lackerschmid, Sven Faller und Paul Morello, die als „Lackerschmid and Friends“, auch eigene Kompositionen für Bass, Vibraphon, Gitarre und Gesang vortrugen und bereits 2013 bei Jazz goes Föhr für Begeisterungsstürme gesorgt hatten.

Kristofer Vio war der Beweis, dass man, um gute Künstler auf die Insel zu holen, nicht nur in die Ferne schweifen muss. Seit kurzer Zeit ist er Geigenlehrer an der Föhrer Musikschule und sorgte mit Swing and Gipsy für einen ganz besonderen Abend.

Dies gelang am nächsten Tag auch der niederländischen Jazz-Legende Ack van Rooyen. Er gastierte mit seinem Flügelhorn bereits zum zweiten Mal im Wyker Kurgartensaal. Jetzt war er zusammen mit dem Ilona-Haberkamp-Quartett zu hören. Für die Musiker eine besondere Premiere, denn Clara Haberkamp trat zum ersten Mal gemeinsam mit ihrer Mutter Ilona auf, und die junge Pianistin verstand es, nicht nur ihr Publikum, sondern ganz besonders auch den 84-jährigen Ack van Rooyen zu bezaubern.

Bei der Auswahl des Programmes geht es Wolfgang Philipp eindeutig nicht um ausgefallene Experimente. Aber dennoch war das Abschlusskonzert mit dem schwedischen „Mr. Redhorn“, alias Nils Landgren, und dem Ensemble Slide-Connection aus Kassel ein Wagnis. Die Musiker hatten nämlich genau einen Vormittag Zeit zur Probe, dann musste das Programm stehen – und das tat es auch. Schon beim ersten Ton bei seinem Einzug quer durch den Kurgartensaal bis hin zur Bühne hatte Landgren sein Publikum eingefangen. Unter den Zuhörern waren an diesem Abend auch 30 Amrumer, die eigens für dieses Konzert angereist waren. Das Posaunenensemble war um eine kongeniale Rhythmusgruppe erweitert worden: einfach fantastisch.

Für Beifallstürme sorgte Nils Landgren, nicht nur mit seinem Gesang und seiner Posaune, sondern auch mit der Demonstration, wie man dieses Instrument auseinandernehmen und auch ohne Mundstück weiter spielen kann.

Der Schwede, der bereits zum dritten Mal bei „Jazz goes Föhr“ mitwirkte, fühlt sich auf der Insel so wohl, dass er mit seiner Familie einige Tage dort verbrachte. Im kommenden Jahr wird das Festival „Jazz goes Föhr“ dann volljährig, und das soll vom 27. bis 31. Juli gefeiert werden.




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