eilun-feer-skuul : Tolle Auszeichnung für Wyker Schüler

Die Schüler nahmen die Auszeichnung von Hark Martinen entgegen.
Die Schüler nahmen die Auszeichnung von Hark Martinen entgegen.

Mit der Übersetzung des Hörspiels „Das Schiff Esperanza“ ins Friesische überzeugten sie die Jury der Hagemann-Stiftung, so dass ihnen in einer kleinen Feierstunde im Forum des Schulzentrums der diesjährige Christian-Feddersen-Preis überreicht wurde.

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12. Juli 2014, 08:00 Uhr

Eine besondere Ehre wurde dem 12. und 13. Jahrgang, der vor kurzem bereits das Abitur abgelegt hat, noch knapp vor den Sommerferien zuteil: Mit der Übersetzung des Hörspiels „Das Schiff Esperanza“ von Fred Hoerschelmann ins Friesische (wir berichteten) überzeugten sie die Jury der Hagemann-Stiftung, so dass ihnen in einer kleinen Feierstunde im Forum des Schulzentrums der diesjährige Christian-Feddersen-Preis überreicht wurde. Jurymitglied Hark Martinen war eigens von Amrum auf die Nachbarinsel gereist, um „hier und heute eine sehr schöne Aufgabe auszuführen“, so der Redner.

Pastor Christian Feddersen (1786-1874), Namensgeber des Preises, lebte nahe des nordfriesischen Leck und hatte seine Landsleute stets aufgefordert, sich für ihre Sprache und Kultur einzusetzen. Gleichzeitig jedoch beschwor er sie, über nationale Grenzen hinwegzudenken und war ein großer Vermittler der deutsch-dänischen Freundschaft – Grund genug für den 1994 verstorbenen Husumer Geschäftsmann Karl-Friedrich Hagemann per Legat eine Stiftung ins Leben zu rufen, die Schüler belohnt, die sich in besonderer Weise um die nordfriesische Sprache, Kultur und/oder Geschichte verdient machen.

Verbunden mit einem „Flachgeschenk“, das Martinen Oberstufenleiter Hark Steinert stellvertretend für den Jahrgang aushändigte, überreichte er jedem Schülern eine Urkunde und fügte stolz hinzu: „Leet at jam gud gung an maage widjer so!“ (Lasst es euch gut gehen und macht weiter so).

„Wozu braucht man eigentlich Friesisch?“, fragte Laudator Hark Steinert etwas ketzerisch und fügte die Antwort selbst hinzu: „In einer globalisierten Welt wird das eigene Umfeld als Anker immer wichtiger.“ Dieses zu vermitteln und jungen Menschen einen Regionalbezug als Grundlage der Persönlichkeit zu geben sei auch eine Aufgabe der Schule. Nicht allein deswegen genössen kulturelle Minderheiten eine besondere Aufmerksamkeit.

„Ich gratuliere heute in zweifacher Form“, lachte Professor Volkert Faltings, der seine Glückwünsche sowohl als Leiter des Projektes als auch als Vorsitzender der Ferring-Stiftung, die stets eng mit der gymnasialen Oberstufe zusammenarbeitet, überbrachte.

Valtings bestätigte seinen Schülern, eine rundum professionelle Arbeit auf die Beine gestellt zu haben und vermutete, dass an keiner anderen Schule in Schleswig-Holstein so viele Schüler als Buch-Koautoren mitgewirkt hätten wie an der Eilun Feer Skuul, denn immerhin sei „Det Skap Esperanza“ das zehnte Buchprojekt in Folge, dass mit Schülerhilfe in Druck gegangen sei.

Im Namen der teilnehmenden Schüler dankte Laura Timm, die sich gleichermaßen überrascht wie froh über den Christian-Feddersen-Preis zeigte.

Die festlich musikalische Umrahmung der kleinen Feierstunde wurde von dem A-cappella-Mädchenchor „SOS“ unter der Leitung von Birke Buchhorn-Licht gestaltet. „Ist es nicht schön“, so die Chorleiterin, dass neben den Föhrern auch eine Chinesin und eine Französin (Austauschschüler) friesische Lieder singen?“ Deutlicher könne man kaum machen, dass Globalisierung und das Bewusstsein für heimatliche Kultur sich nicht widersprächen, so die Gedanken einiger Zuhörer.

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