Prozess im Landgericht Flensburg : Tödliche Messerstiche auf Föhr: Urteil gegen Ehefrau vertagt

Erneut wurde der Prozess gegen die 50-Jährige, die ihren Ehemann erstochen haben soll, unterbrochen. Eine Schöffin war erkrankt.

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11. Januar 2018, 13:30 Uhr

Flensburg | Der Prozess um tödliche Messerstiche in Wyk auf Föhr am Landgericht Flensburg ist am Donnerstag nach der Vernehmung von zwei Zeugen wegen der Erkrankung einer Schöffin erneut unterbrochen worden. Eine 50 Jahre alte Frau ist angeklagt, ihren Ehemann in der Nacht auf den 7. Mai im gemeinsamen Haus in Wyk mit einem Küchenmesser zweimal in die Brust gestochen und getötet zu haben.

Die ehrenamtliche Richterin war für die Zeugenbefragung noch erschienen, da der Termin aus prozessualen Gründen nicht ausfallen durfte. Ansonsten hätte die Hauptverhandlung laut Strafprozessordnung erneut beginnen müssen. Nach der Zeugenbefragung wurde dann aber vertagt. Am 25. Januar soll weiter verhandelt werden, wie ein Gerichtssprecher sagte. Dann will die Kammer aller Voraussicht nach ein Urteil verkünden.

Die Staatsanwaltschaft hatte schon am 5. Dezember gefordert, die Angeklagte wegen Mordes und nicht nur – wie angeklagt – wegen Totschlags zu verurteilen. Ihrer Ansicht nach hat die Hauptverhandlung bewiesen, dass die Frau ihrem im Bett liegenden Ehemann von hinten in den Rücken gestochen hat. Damit sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Die Verteidigung hatte nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft das Wiedereintreten in die Beweisaufnahme und die Vernehmung von weiteren Zeugen gefordert.

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