Föhr : Tanzen im strömenden Regen

Der Sandwall wurde von Raketen erleuchtet.
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Der Sandwall wurde von Raketen erleuchtet.

Besucher der Wyker Freiluft-Party ließen sich die Stimmung nicht verderben. Sie feierten bis in den Morgen.

shz.de von
02. Januar 2018, 12:00 Uhr

Die Bedingungen für den Jahreswechsel hätten besser sein können: Strömender Regen begleitete schon am Vormittag den traditionellen Besuch der Schornsteinfeger auf dem Wyker Sandwall. Die schwarzen Glücksbringer sammelten wieder Spenden für das Niebüller Hospiz (siehe auch Nordfriesland-Seite). Für den Föhrer Joachim Christiansen, der seit Jahren dafür sorgt, dass die Kaminkehrer auf die Insel kommen, war es in diesem Jahr das letzte Mal, dass er als Schornsteinfeger über den Sandwall lief. Nach über 30 Jahren im Beruf hat er sich mit dem Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet. Seinen Kollegen möchte er aber weiter treu bleiben: „An Silvester laufe ich trotzdem noch mit und sammle Spenden, das ist ja klar. Aber es ist ein tolles Gefühl: Ab morgen bin ich anscheinend Rentner“, hatte Christiansen an diesem Jahreswechsel doppelten Grund zu Feiern.

Nachdem der Regen am frühen Abend eine Pause gemacht hatte, setzte er pünktlich gegen Mitternacht wieder ein. Doch die Feierlaune ließen sich die Föhrer davon nicht verderben. „Ist doch cool! Hatten wir länger nicht mehr! Und so lange die Musik gut ist, gibt es kein Problem“, meinte zum Beispiel Thomas Hintermann, der mit seiner Familie zum Feiern aus Hannover angereist war und noch ein paar Tage Urlaub auf der Insel hinten dran gehängt hat.

Wie in jedem Jahr stieg Föhrs größte Silvester-Sause vor der Kurmuschel auf der Festmeile am Sandwall. Vom frühen Abend an heizten die Musiker von „Aquacity“ ordentlich ein und machten die kühlen Temperaturen etwas angenehmer. Auch wenn es aufgrund des Wetters sehr viel leerer war, als die Jahre zuvor, tanzten Hunderte zu Evergreens, Oldies und Party-Hits in das Jahr 2018. Erst weit nach Mitternacht war die Party vorbei.

Für diejenigen, die noch länger aushielten, blieb der Kurgartensaal bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Hier legten verschiedene DJs auf und sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam: „Es ist zwar etwas heiß, aber die Musik ist gut, die Leute sind nett und es ist nicht zu voll. Was will man mehr?“, freute sich Esther Knechtmann auf eine lange Feiernacht im Trockenen.

Wie in jedem Jahr wurde es auch dieses Mal wieder eng zwischen den beiden Party-Polen. Leute, die der stickigen Kurgartensaal-Luft für ein paar Momente entkommen wollten und Feiernde vor der Kurmuschel trafen auf dem Sandwall aufeinander, ein Durchkommen ging nur mit viel Ellenbogeneinsatz oder Geduld. Die Knaller-Liebhaber unter den Feiernden ließen sich vom Wetter nicht die Stimmung verderben. Zwar ist Feuerwerk auf der Insel nur unter strengen Regeln erlaubt, die vorgeschriebenen 200 Meter Mindestabstand zu Wohngebäuden waren in Wyk aber auch in diesem Jahr nicht durchzusetzen. Die Raketen wurden wild durcheinander in die Luft geschossen, und natürlich gab es wieder einige Querschläger, die statt im Himmel zwischen den Feiernden explodierten. Besonders beliebt waren Batterien, die gleich mehrere Dutzend Schuss in den Nachthimmel feuerten, teils etliche Minuten lang. Aber auch klassische Raketen und Wunderkerzen durften nicht fehlen.

Bei den Beobachtern des Spektakels kam das Feuerwerk gut an, auch wenn in diesem Jahr weniger gezündet wurde, als sonst: „Wegen des Regens sind bestimmt viele zu Hause geblieben oder sparen sich die Böller für das nächte Jahr“, mutmaßte Doris Arens: „Aber schön ist es trotzdem. Nicht ganz so wild.“

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