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Steigende Urlauberzahlen : Talsohle ist durchschritten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auf Föhr gab es nach vier miesen Jahren 2015 erstmals wieder Zuwächse bei Gästen und Übernachtungszahlen.

von
erstellt am 01.Mai.2016 | 15:45 Uhr

Eigentlich waren die Bedingungen denkbar schlecht: Das Frühjahr war kalt, der Sommer kühl und nass und die großen Ferien der Bundesländer knubbelten sich auf einige wenige Wochen. Trotzdem konnte Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt jetzt, nachdem alle Meldescheine ausgewertet sind, eine frohe Botschaft verkünden: Nach vier miesen Jahren gab es 2015 auf Föhr erstmals wieder ein Gäste- und Übernachtungsplus, und das in Wyk genauso, wie in den Landgemeinden.

198  600 Gäste haben im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Nächte auf der Insel verbracht. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um knapp 2,3 Prozent bei den Übernachtungen und um sieben Prozent bei den Gästeankünften. Auf Wyk entfielen dabei 1,125 Millionen Übernachtungen und 123  400 Gäste, auf die Landgemeinden 705  300 Übernachtungen und 75  200 Gäste. Allerdings, so schränkt Gemeinhardt ein, ist die Aufenthaltsdauer der Urlauber weiter zurückgegangen. Blieben Insel-Urlauber 2005 noch durchschnittlich 10,33 Tage, reisten sie zehn Jahre später bereits nach 9,22 Tagen ab. Die Konsequenz: „Man muss immer mehr Gäste generieren, um die Zahlen stabil zu halten“, so der Tourismus-Chef.

Dafür sollen Werbeaktionen sorgen, wie die jetzt angelaufene großflächige Plakatierung in U-Bahn-Stationen in Hamburg, Hannover und dem Ruhrgebiet oder der mit Föhr- und Amrum-Motiven beklebte Linienbus in Hamburg (wir berichteten). Damit sollen in den Regionen, aus denen die meisten Föhr-Urlauber kommen, neue Gäste gewonnen und alte wieder an die Insel erinnert werden.

Spitzenreiter bei Herkunftsregionen ist nach wie vor Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Schleswig-Holstein und Niedersachen. Doch auch Hamburger, Baden-Württemberger und Hessen trifft man häufig auf der Insel an. Von den ausländischen Gästen kommen die meisten aus der Schweiz, gefolgt von Österreichern und Dänen. Vor allem in der Schweiz sehen Gemeinhardt und seine Marketing-Expertin Ann-Kathrin Meyerhof noch Potenzial. „Für Schweizer ist ein Urlaub bei uns noch günstig, da müssen wir rein“, berichtet Meyerhof, dass die FTG im vergangenen Jahr seit Langem wieder Messen in Zürich und in Österreichs Hauptstadt Wien besucht hat. „Es gibt eine direkte Flugverbindung von Zürich nach Sylt, das ist ein Markt, den wir unbedingt ausbauen müssen“, so die FTG-Mitarbeiterin.

Sie besucht mit ihrem Team nicht nur Messen, sie empfängt und betreut auch Reisejournalisten – im vergangenen Jahr rund 30 an der Zahl, unter anderem sogar aus der Slowakei und Tschechien. Wenn es diesen Journalisten auf der Insel gefällt und sie große Beiträge über Föhr in Zeitungen und Magazinen veröffentlichen, „ist das für uns eine Werbung, die wir selbst nicht bezahlenkönnten“, sagt Jochen Gemeinhardt.

Längst sind die Zeiten vorbei, wo Urlaube schon Monate im voraus gebucht wurden. Deswegen versucht die FTG auch dann noch, wenn die Saison bereits angelaufen ist, mit Werbeaktionen auf Föhr aufmerksam zu machen. So war Meyerhofs Team gerade mit einem Stand auf Fischmärkten in Nordrhein-Westfalen vertreten. „Da wurden uns die Prospekte aus der Hand gerissen“, berichtet sie. Und das auch von vielen jungen Leuten, die man auf den klassischen Reisemessen nicht antreffen würde. Und so wird die Insel Föhr als nächstes beim Hamburger Hafengeburtstag und dann noch mal bei Fischmärkten in Köln und Düsseldorf um die Gunst von Spontan-Urlaubern buhlen

„Die Buchungslage für die Hauptsaison sieht schon gut aus. Wir hoffen das Ergebnis des letzten Jahres halten zu können“, so Gemeinhardt. Ein Ergebnis, das, wären die Sommerferientermine entzerrter gewesen, nach Überzeugung Meyerhofs deutlich besser ausgefallen wäre. Denn in der Hauptsaison hätten die Gastgeber ihre Quartiere doppelt vermieten können.

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