keine schäden : Sturmtief Elon bleibt ohne Folgen

Slalom-Fahrt am Wyker Hafen: Die Fischmarktpier lief gestern voll.
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Slalom-Fahrt am Wyker Hafen: Die Fischmarktpier lief gestern voll.

Auf Föhr und Amrum war von dem Orkan nicht viel zu spüren. Einsatzkräfte sind weiterhin in Alarmbereitschaft.

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10. Januar 2015, 07:00 Uhr

Verletzte, Zugausfälle, Landunter: Der Sturm zeigte seine Zähne. Dass es dicker kommen könnte, den Anschein machte es am Vormittag auch tatsächlich, als Windstärken von neun bis zehn, in Böen zwölf, über die Inseln fegten. Allerdings hatte „Elon“ sein Pulver hier schon vormittags weitestgehend verschossen, denn nachmittags kam der Wind, abgesehen von den Böen, wesentlich moderater daher.

Ein bis eineinhalb Meter über Normal, so hatte die Wasserstandsvorhersage gelautet, und mehr wurde es nicht. Ob Wittdün oder Wyk, die Hafenbereiche blieben trocken. Lediglich die Fischmarktpier lief voll und bescherte den Schaulustigen einen Hauch von Sturmflut.

Nichts Dramatisches auch in Utersum, wo Bürgermeister Joachim Lorenzen argwöhnisch den gerade aufgefüllten Strandbereich im Auge hatte. Mit dem Hochwasser um kurz vor 17 Uhr kam schließlich die Entwarnung. Zwar war das Wasser bis an die Kante gelaufen und hatte an der auch geknabbert, schwere Sandverluste aber blieben aus. Am Abend wartete man in Utersum mit Spannung auf die nächste Flut, denn „wenn der Wind bleibt und das Wasser noch einmal nachdrückt, kommt es bekanntlich immer ein Stück höher“, verriet Lorenzen.

Auf Amrum, wo es, so Amtswehrführer Klaus Peter Ottens, „so wenig windig war wie auf Föhr“, rückte die Feuerwehr aus. Es galt, eine Uferböschung in Wittdün zu sichern. An der nördlichen Wandelbahn drohten Steine abzukippen und hier wurden vorsorglich einige Sandsäcke platziert. Reine Prophylaxe an einem Tag ohne jede Dramatik (Ottens), die nichts mit der Wetterlage zu tun hatte. Und das war denn auch der einzige Einsatz auf beiden Inseln. Nicht ein Mal mussten die Feuerwehren wegen Sturm- oder Wasserschäden ausrücken.

Ausrücken mussten dagegen die Schüler, denn auch wenn der eine oder andere spekuliert haben mag, der Unterricht fand an allen Schulen planmäßig statt. Planmäßig verlief auch der Busverkehr, der in keiner Weise beeinträchtigt war. Anders der Fährverkehr: Frühzeitig hatte die Wyker Dampfschiffs-Reederei ihre Fahrplanänderungen für gestern und das Wochenende ins Netz gestellt und ständig aktualisiert (www.faehre.de).

Dass nicht alles vorhersehbar ist, mussten dann Reederei und Fahrgäste erfahren. Eigentlich sollte die 15.15-Uhr-Fähre um 15 Uhr in Wyk ablegen. Dass der Kapitän dies nicht tat, war den Wasserständen in Dagebüll geschuldet, die ein Anlegen unmöglich machten, berichtete Katharina Berger. Ebenso ungeplant war, so die WDR-Mitarbeiterin weiter, „dass wir in Dagebüll anstatt um 15 kurzfristig um 15.30 Uhr ablegen mussten“. Das Wasser kam zu hoch, und da der Wind in Dagebüll wesentlich stärker pfiff als auf Föhr und Amrum, konnte der Schiffsführer nicht länger warten. „Allerdings gab es am Abend noch zwei Abfahrten nach Amrum und Föhr, so dass alle an ihr Ziel kamen.“

Beruhigt zeigten sich die Verantwortlichen für den Katastrophenschutz auf den Inseln. „Im Moment sieht es gut aus und für das Wochenende sind die Windvorhersagen nicht wirklich beunruhigend. Auch das Wasser soll nicht so hoch auflaufen“, konstatierte Amtsvorsteherin Heidi Braun. Und auch Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus sah keinen Grund zur Panik, zumal auf beiden Inseln zu spüren sei, dass alle bereit seien und, sollte es nötig sein, jederzeit loslegen können. „Wir sind vorbereitet, so weit das möglich ist, sind aber guter Dinge, dass wir im Ernstfall entsprechend reagieren können.“

Auf Föhr wie auf Amrum kommt, sollte sich die Situation ändern, der jeweilige Katastrophenstab zusammen, um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Aktivitäten waren bis gestern Abend keine erfolgt, weil nicht notwendig. Wobei eine Aktivität nicht verschwiegen werden soll: Auf Amrum wurden Sandsäcke gefüllt und verteilt. An Standorten, die Schwachstellen darstellen könnten, etwa an der Wattseite. „Sollte Bedarf bestehen, können wir auf diese Sandsäcke zurückgreifen“, erläuterte Jürgen Jungclaus den Hintergrund.

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