zur Navigation springen

sporthochschule köln : Studenten segelten im Wattenmeer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auf Traditionsseglern führte der Törn von Husum über Süderoog, Pellworm, Oland, Langeneß und Amrum nach Föhr.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Für 20 Studierende des Moduls „Adventure Education“ der Deutschen Sporthochschule Köln stand eine besondere Woche auf dem Programm: Auf zwei Traditionsseglern tauchten sie ein in die Welt des Wattenmeeres.

Im Rahmen einer sechstägigen Exkursion erkundeten die Sportstudenten – ganz im Sinn traditioneller reform- beziehungsweise erlebnispädagogischer Ansätze – gemeinsam mit dem Dozenten Dr. Stefan Türk und dem Biologen und Nationalpark-Ranger Achim Steinbeck an Bord der Traditionsschiffe „Ronja“ und „Windsbraut“ die Flora und Fauna der Nordfriesischen Inseln und Halligen. Von Husum führte der Törn über Süderoog, Pellworm, Oland, Langeneß und Amrum nach Föhr.

Zunächst galt es, grundlegende Segelmanöver und die dazugehörige Seemannssprache zu verstehen. Auf engstem Raum bot das Zusammenwachsen als Crew in der Folge einen optimalen Rahmen für das Thema Sozialkompetenz. Die nächtliche Ankerwache, das gemeinsame Kochen oder Absprachen über den Tagesverlauf – Traditionssegeln bedeutet in der Gruppe mit oft fremden Menschen zu agieren und Verantwortung zu tragen. Die Teilnehmer erfuhren, dass zu den pädagogischen Zielen solcher Fahrten das Stärken des sozialen Miteinanders, der Weg zur Selbstständigkeit sowie das Erweitern des persönlichen Horizonts gehören. Psychische und physische Grenzerfahrungen, große und kleine Abenteuer und Erlebnisse in Verbindung mit körperlich-motorischen Anforderungen prägten den Tagesablauf. Ungewohnt für die Agierenden waren die spontanen Wechsel zwischen Momenten hoher Anspannung und solchen der totalen Entspannung. So wurden durch die Wirkung der Natur, die Weite auf dem Wasser sowie das enge Zusammenleben Prozesse angestoßen.

Zu den Höhepunkten der abwechslungsreichen Etappen zählte ein Kurzaufenthalt auf Süderoog. Die einzigen Halligbewohner Nele Wree und Holger Spreer erzählten vom Leben und Wirken Hermann Neuton Paulsens auf seiner „Hallig der Jungs“ und stellten die interessante reformpädagogische Historie Süderoogs anschaulich vor. 1927 hatte Paulsen ein Ferienlager auf dem Eiland eröffnet, das als internationale Begegnungsstätte diente. Spätestens jetzt war allen Teilnehmern die Verbindung zwischen Traditionsseglern, dem Wattenmeer und „Adventure Education“ klar.

Fachkundig und kurzweilig sorgte Achim Steinbeck dafür, dass auch die Naturkunde nicht zu kurz kam. Schneckenschleim, Wattwurmkot, Knutts und Pazifische Felsenaustern oder auch das starke rechte Bein bleiben wohl allen in Erinnerung. „Die Studenten lernten durch die Exkursionen einen völlig neuen Lebensraum kennen“, blickt Achim Steinbeck zurück, denn dass man auf dem Grund des Meeres von Insel zu Insel laufen kann, war bei Wattwanderungen mit dem Ranger für alle ein besonderes Erlebnis. Insgesamt eine prägende Erfahrung für die Sportstudenten, die von einer abwechslungsreichen und unvergesslichen Woche sprachen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen