Neues Erdkabel : Stromversorgung auf Föhr: Letzte Überlandleitung geht außer Betrieb

Freileitungen.
Weil Erdkabel weniger anfällig gegenüber Witterungseinflüssen sind, werden die Überlandleitungen auf der Insel abgebaut.

Die Verkabelungsarbeiten zwischen Oevenum, Midlum, Alkersum, Oldsum, Dunsum und Utersum stehen vor dem Abschluss.

Avatar_shz von
04. Oktober 2018, 12:29 Uhr

Föhr | Der Strom geht unter die Erde: Die letzte überirdische Freileitung für die Stromversorgung der Bewohner auf der Nordseeinsel Föhr geht in dieser Woche außer Betrieb. Das teilte die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) am Donnerstag mit. Derzeit verläuft die Überlandleitung noch zwischen den sechs Gemeinden Oevenum, Midlum, Alkersum, Oldsum, Dunsum und Utersum.

In dieser Woche wird die 18 Kilometer lange Leitung abgeschaltet. Zuvor hatte SH Netz in den Sommermonaten seit Mai rund 14 Kilometer Erdkabel auf der Strecke verlegt, um die Mittelspannungsfreileitung zu ersetzen. Für die Modernisierungsmaßnahme am Stromnetz auf Föhr wurden rund 1,3 Millionen Euro invesstiert.

„Erdkabel sind deutlich weniger anfällig gegenüber Witterungseinflüssen. Daher haben wir Schritt für Schritt alle Freileitungen auf Föhr durch Erdkabel ersetzt. Diese Leitung war nun die letzte. Wir erhöhen damit die Versorgungssicherheit auf der Insel weiter“, sagte Sönke Nissen, Leiter des zuständigen Netzcenters von SH Netz in Niebüll. Im Zuge der Verlegung des Kabels wurden auch sechs Ortsnetz-Kompaktstationen neu errichtet. Zwei dieser neuen Stationen können von der Netzleitstelle von SH Netz in Rendsburg aus ferngesteuert werden. „Dadurch werden Wartung, Steuerung und Störungsbehebung deutlich effizienter“, sagte Nissen.

Das Team von SH Netz auf Föhr vor einer der neuen Kompaktortsnetzstationen (v.li.): Bernd Lorenzen, Christian Baumann, Oluf Dethlefs und Hanno Helmcke.
SH Netz

Das Team von SH Netz auf Föhr vor einer der neuen Kompaktortsnetzstationen (v.li.): Bernd Lorenzen, Christian Baumann, Oluf Dethlefs und Hanno Helmcke.

 

Von der Abschaltung der Freileitung werden die Bewohner der Insel wenig merken. „Versorgungsunterbrechungen wird es keine geben“, sagt Projektleiter Matthias Feddersen von SH Netz. Im Verlauf des Winters und Frühjahres des kommenden Jahres werden die rund 18 Kilometer Freileitung sowie insgesamt 105 Masten und vier alte Freileitungsstationen auf der Strecke dann abgebaut.

Nach Angaben des Netzcenters Niebüll seien bereits 97 Prozent aller Mittelspannungsfreileitungen im Netzgebiet verkabelt, im Niederspannungsnetz seien es inzwischen 100 Prozent. Dies ermögliche eine hohe Versorgungssicherheit für den Kreis Nordfriesland.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen