zur Navigation springen

Energiegenossenschaft : Strom- und Wärmenetz in Bürgerhand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Föhrer stehen in den Startlöchern. Bei einer Veranstaltung im Schulzentrum informierten sich über 100 Bürger über das Projekt. Bereits im April soll eine Gründungsversammlung stattfinden.

„Wahnsinn! Das Interesse an der Genossenschaft ist so groß, dass wir schon einen Termin für die Gründungsversammlung festgelegt haben“, freute sich Annemarie Lübcke vom Föhrer Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nach der Informationsveranstaltung zur geplanten Energiegenossenschaft. Die war, da sich eine hohe Besucherzahl abzeichnete, kurzfristig ins Schulzentrum verlegt worden.

Dort informierten sich über 100 Insulaner über die Ziele der angepeilten Genossenschaft, die sich für ein Strom- und Wärmenetz in Bürgerhand stark machen, die Föhrer Energienetze übernehmen und dabei vorzugsweise auf regenerative Energien setzen will, die auf der Insel erzeugt werden. Die Genossenschaft will Insulanern die Möglichkeit bieten, aktiv in Föhrer Energieprojekte zu investieren und damit den Klimaschutz auf der Insel selbst in die Hand zu nehmen und den Föhrer Wirtschaftskreislauf zu stärken.

Die Modalitäten, die für eine Genossenschaftsgründung notwendig sind, erläuterte den Teilnehmern an der Veranstaltung Hartmut Bödecker vom schleswig-holsteinischen Genossenschaftsverband. Der Jurist hat nach eigenen Angaben bereits an zahlreichen Gründungen von Energiegenossenschaften mitgewirkt und kennt sich außerdem mit den Föhrer Verhältnissen bestens aus, ist er doch als Prüfer des Regionalverbandes der Genossenschaftsbanken regelmäßig mit der Kontrolle der Jahresabschlüsse der Föhr-Amrumer Bank betraut.

„Wir können jetzt wirklich sagen, dass die Energiegenossenschaft Föhr im Aufwind ist“, berichtet Lübcke, dass mehr als zwei Drittel der Anwesenden ihr Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet hätten. Damit sind die Weichen für die Gründung gestellt, die im April erfolgen soll. Initiatoren der Genossenschaft sind neben Lübcke unter anderem die Oevenumer „Windmüller“ Jan und Hauke Brodersen und der Betreiber der Hedehusumer Biogasanlage, Henry Nielsen. Sie wünschen sich, dass sich auch die Inselkommunen an der Genossenschaft beteiligen.

Das erste konkrete Vorhaben, das die Energiegenossen angehen wollen, wird die Versorgung des Schulzentrums sein, das erste große Projekt die Nahwärmeversorgung in Wyk. In der Versammlung wurden deshalb von den Föhrer Politikern konkrete Informationen eingefordert, um eigene Angebote abgeben zu können.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen