inseln in feierlaune : Stimmungsvoller Jahreswechsel

Die Nordsee im Lichterglanz: Das neue Jahr wurde lautstark mit einem zünftigen Feuerwerk begrüßt.
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Die Nordsee im Lichterglanz: Das neue Jahr wurde lautstark mit einem zünftigen Feuerwerk begrüßt.

Auf Föhr und Amrum feierten Einheimische und Gäste ausgelassen in das neue Jahr. Mehr als 300 Wagemutige nahmen am Neujahrsschwimmen teil.

shz.de von
02. Januar 2015, 09:00 Uhr

Da kamen fast Frühlingsgefühle auf: Der Himmel blieb trocken, die Temperaturen waren moderat und bei einem lauen Lüftchen feierten Einheimische und Gäste ausgelassen ins neue Jahr.

Ob auf Föhr-Land oder in Wyk, traditionell oder „modern“, die Stimmung war überall hervorragend. Und spätestens um Mitternacht zog es die meisten zur Festmeile, wo den ganzen Abend Partystimmung herrschte und um Mitternacht der Nordseehimmel von Böllern und Raketen in ein atemberaubendes Licht verwandelt wurde.

Dass erlaubterweise nur am Strand „gezündelt“ wurde, vermerkten die Einsatzkräfte lobend. „Erstaunlich ruhig angesichts des Wetters und der Menschenmassen am Sandwall“, betonte die Polizei im Nachhinein. Weder die Beamten der Wyker Wache noch die Feuerwehr mussten zu Einsätzen ausrücken.

Auch auf Amrum genossen Insulaner und Gäste einen ruhigen Jahreswechsel. Hier ist es generell verboten, Raketen und Böller zu zünden. Ganz wird man es wohl nie unterbinden können, aber wie die Gemeindeoberhäupter aus Nebel und Norddorf sowie die Polizei einhellig feststellten, waren die Verstöße in den Ortschaften weiter stark rückläufig. „Ich habe in Norddorf keine Böller und Raketen wahrgenommen“, lobte Peter Koßmann. „Das Abbrennverbot von Silvesterfeuerwerk halte ich nach wie vor für absolut richtig und angebracht“, bekräftigte Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier die schon seit 1981 auf Amrum geltende Reglung. Ein angenehmer Nebeneffekt sei, dass die Orte am Neujahrstag nicht mit Böllerresten vermüllt sind.

Tourismuschef Frank Timpe freute sich über die vielen Gäste zu den Feiertagen. Die trafen sich um Mitternacht mit Insulanern an der St.-Clemens-Kirche in Nebel und auf der „Hüttmannwiese“ in Norddorf, um das neue Jahr mit Wunderkerzen, Musik, Geläut und Sekt zu begrüßen. Peter Koßmann blickte in seiner Neujahrsrede zurück und voraus, bevor man sich mit dem friesischen Neujahrsgruß „a seegend neijuar“ zuprostete.

„Kenknern“ auf Föhr und „Hulken“ auf Amrum stand auch an diesem Silvesterabend hoch im Kurs. In fantasievollen Kostümen zogen die Akteure durch die Dörfer von Haus zu Haus. Dort zeigten sie nicht nur ihre oft mühevoll selbst geschneiderten und gebastelten Verkleidungen, sondern führten auch starke Choreografien auf. Ein gelebter Brauch, der bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen für beste Unterhaltung sorgt.

Das kostenlose Busangebot in der Silvesternacht wurde auf beiden Inseln wieder sehr begrüßt und entsprechend stark frequentiert. Friedlich, wie Siegbert Wennholz, Leiter des WDR-Busbetriebes, betonte. Bis in die Morgenstunden wurde auf den großen Silvesterpartys am Sandwall oder in der Kniepsandhalle ausgelassen getanzt und gefeiert. Hier mussten die Beamten zweimal eingreifen, berichtete Polizeihauptmeister Ralf Klein, ansonsten verlief die Einsatznacht auch auf Amrum ruhig und ohne besondere Vorkommnisse.

Auf Föhr wurde der Kater gestern traditionell mit dem Neujahrsschwimmen ausgetrieben. 304 Teilnehmer vermeldete Tim Burmester bei der 17. Auflage, womit der Rekord des Vorjahres (306) knapp verfehlt wurde. Vor rund 3000 Zuschauern stürzten sich die Wagemutigen in ihren teils abenteuerlichen Kostümen in die fünf Grad kalte Nordsee und sorgten ganz nebenbei für einen Reinerlös von zirka 700 Euro. Der wird in diesem Jahr dem Süderender Kindergarten zugute kommen.

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