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WDR-Jubiläum : „Stets gebraucht und oft getadelt“

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

130 Jahre Wyker Dampfschiffs-Reederei: Bei einem Empfang warf Heinrich Heymann als Urenkel eines der Gründerväter einen Blick zurück.

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erstellt am 17.Mär.2015 | 08:45 Uhr

Zum 125. Geburtstag machte die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) sich selbst das größte Geschenk: die neue Fähre Uthlande. Fünf Jahre später, zum 130., nahm die Reederei ihr Jubiläum zum Anlass, ein anderes Geburtstagskind zu beschenken: die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die wird im Mai 150 Jahre alt und und wird dann den neuen Seenotrettungskreuzer taufen, der auf Amrum stationiert wird. Dessen Bau unterstützt die WDR mit 15  000 Euro. „Wir haben ja auch eine Schicksalsgemeinschaft“, meinte der DGzRS-Vorsitzende Gerhard Harder, als er sich für die Spende beim WDR-Chef Axel Meynköhn bedankte. „Denn sie befördern Gäste und wir sind da, wenn mal was passiert“, so Harder.

Meynköhn hatte zuvor langjährige Mitarbeiter, Gesellschafter, Aufsichtsräte und Inselpolitiker zu einem kleinen Geburtstagsempfang in der Galerie des Reedereigebäudes begrüßt. „Die Wyker Dampfschiffs-Reederei wurde auf der Insel Föhr gegründet und ist bis heute auf der Insel tätig“, betonte Meynköhn. Kurz ging er auf die Entwicklung der WDR seit dem Jahr 1885 ein und darauf, dass das Unternehmen auch schwierige Zeiten wie die Weltkriege stets aus eigener Kraft gemeistert habe. „Was wir machen, muss selbst erwirtschaftet werden und nicht von außen kommen“, so das Credo des Reederei-Chefs. Die WDR sei eine der modernsten Fährreedereien Europas, deren Hauptaufgabe er allerdings nicht in Umweltschutz, Schaffung von Arbeitsplätzen und hohen Renditen für die Gesellschafter sehe, „sondern in der Inselversorgung, der Inselversorgung und der Inselversorgung“.

„Ich verspreche ihnen, es bleibt spannend und sie werden von der WDR weiter hören“, sagte Meynköhn zu seinen Gästen, von denen er einen ganz besonders begrüßte: Kapitän August Jakobs. Der 95-Jährige hatte es sich nicht nehmen lassen, zur Jubiläumsfeier von Amrum anzureisen – und er ließ es sich nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen. In launigen Worten berichtete Jakobs von seinen ersten Erinnerungen an die WDR. So vom Eiswinter 1928, als der Dampfer „Wyk-Föhr“ es nicht schaffte, in Wyk und Wittdün anzulegen und Richtung Helgoland abgetrieben wurde. Von Langeneß aus, wo Jakobs aufwuchs, habe man das beobachtet und viele auf der Hallig hätten gebetet, dass das Schiff zurück kommt. Das tat es auch, und Jahre später heuerte August Jakobs auf diesem Dampfer als Matrose an. Der Maschinist, so erinnerte sich Jakobs, sei damals so schwarz gewesen, wie die Kohlen, mit denen das Schiff befeuert wurde. „Der ging morgens so schwarz aufs Schiff, wie er abends nach Hause gekommen war, das hat uns als Jungs begeistert“. Noch viele weitere Geschichten aus seinem reichen Erinnerungsschatz erzählte Jakobs, bevor der offizielle Festredner des Tages zu Wort kam, Heinrich Heymann.

Der Urenkel eines der WDR-Gründerväter hatte seine früheste Begegnung mit der Wyker Dampfschiffs-Reederei im Jahr 1931, wie er den Festgästen berichtete. Damals hätten seine Eltern ihn im Alter von nicht mal einem Jahr zu einer Familienfeier mit aufs Festland genommen.

Heymann ging anhand der großformatigen historischen Fotos, die an den Wänden der WDR-Galerie hingen, auf die Geschichte der Reederei ein und beschrieb anschaulich und vielfach noch aus eigener Erfahrung, wie es früher am Hafen aussah und wie abenteuerlich die Autoverladung war.

Die Reederei werde von allen Insulanern gebraucht, sie werde gelobt und gepriesen, aber gelegentlich auch verwünscht und getadelt, wenn auf Grund des Wetters der Fahrplan nicht eingehalten werden kann oder wenn die Abfahrzeiten gerade mal nicht den individuellen Wünschen entsprechen. Aber, so Heinrich Heymann, „Das Lob überwiegt. Wenn es die WDR nicht gäbe, müsste sie gegründet werden“. Die Insulaner hätten der WDR und ihren Mitarbeitern viel zu verdanken, betonte er und sprach den Wunsch aus: „Machen sie weiter so. Die Gesellschafter und Fahrgäste werden es ihnen danken“.


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