Föhr : Stehend übers Meer paddeln

Kaum Wind: Die Wetterbedingungen sind für Stand-Up-Paddler in diesem Jahr ideal.
Kaum Wind: Die Wetterbedingungen sind für Stand-Up-Paddler in diesem Jahr ideal.

Bei Bilderbuchwetter: Trendsportart boomt in diesem Sommer auch auf Föhr

shz.de von
18. August 2018, 14:00 Uhr

Es ist ein Sommer wie aus dem Bilderbuch: Die Temperaturen sind seit Wochen deutlich über 20 Grad, die Nordsee ist warm wie selten, an manchen Tagen war es richtig heiß und seit Monaten gibt es Sonne satt. Ideale Bedingungen für den Wassersport – zumindest für einige Disziplinen, wie Föhrer Surfschulen berichten.

„Kiten ist in diesem Jahr schwer, da machen wir viel Theorie“, sagt zum Beispiel Jannik Schaper von Schapers Wassersportcenter an der Wyker Promenade. „Dafür ist einfach zu wenig Wind, die Schirme fliegen nicht richtig.“ Zum Surfen sei es aber ideal. Und vor allem eine Sportart ist im Kommen: „Das Stand-Up-Paddeln (SUP) erlebt seit diesem Jahr einen richtigen Boom. Da kommen Jung und Alt, das machen alle gerne.“ Insgesamt sprächen Schaper und sein Team aber eher jugendliche Wassersportler an: „Vor allem beim Surfen kommen viele junge Leute, beim Katamaran-Segeln sind die meisten hingegen etwas älter. Generell können bei uns Fünfjährige mit Surfen anfangen, nach oben gibt es keine Grenze.“

Vor allem in der Hauptsaison ist bei Schaper viel los: „Der Großteil, der zu uns kommt, sind Urlauber, Insulaner siehst du hier nicht. Auch wenn ich das Gefühl habe, es sind mehr von ihnen am Strand in diesem Jahr.“

Dirk Hückstädt von der Nieblumer Wassersportschule beobachtet noch einen anderen Trend: „Es kommen immer mehr Schweizer, da sind die Zahlen in diesem Jahr gefühlt explodiert.“ Aus sportlicher Sicht läuft es für ihn ähnlich wie bei seinen Kollegen in Wyk: „Kiten ist in diesem Jahr echt bescheiden, Windsurfen funktioniert hingegen sehr gut.“ Und auch SUP ist bei ihm voll im Trend: „Dafür ist das Wetter ideal, es gibt keinen Wind. Da ist noch mehr los als im vergangenen Jahr.“ Beim SUP steht man auf breiten, gummierten Brettern und bewegt sich mit dem Paddel vorwärts. Platt gesagt kann man es als Kanufahren auf einem Brett im Stehen bezeichnen.

Zu Florian Kirsteins Kunden gehören auch viele Einheimische. „Ich bin seit 15 Jahren im Föhrer Wassersport tätig, es hat mich aber doch gewundert, wie viele Insulaner jetzt zu uns kommen.“ Das liegt vielleicht auch an dem Angebot, mit dem er sich mit seinem in diesem Jahr eröffneten SUP-Shop am Sandwall auch explizit an Insulaner richtet. „Wir haben eine SUP-Clique für junge und einen Paddler-treff für ältere Leute. Da fahren wir auf unseren Brettern dann zum Beispiel nach Nieblum.“ Und es gebe viele Insulaner, die in den Ferien einen Kurs im SUP gemacht hätten und jetzt regelmäßig bei den Treffs dabei sein.

Dennoch schätzt Kirstein, dass 80 Prozent seiner SUP-Schüler Urlauber sind. Die lernen bei ihm, wie man am besten aufrecht auf dem Brett steht, mit dem Paddel möglichst geschickt umgeht und kraftsparend paddeln kann: „Es gibt viele, die schon paddeln können, jetzt aber die richtige Technik lernen wollen, um auch längere Touren machen zu können.“

Die bietet auch das Westend-Surfing in Utersum an. „Morgens ist derzeit wenig Wind, da gehen unsere Ausflüge mit dem SUP nach Amrum besonders gut“, sagt Inhaber Ben Blum. Bei ihm funktioniert aber auch eine Sportart, mit der andere Surfschule in diesem Jahr Schwierigkeiten haben: „Kite-Surfen ist hier auch in diesem Sommer kein Problem. Hier ist schließlich immer Wind, normalerweise aus Nordwest.“ Und so kämen auch Kiter auf Wyk zu ihm an den Strand nach Utersum. Für Blum ist dieser Sommer deshalb ideal: „Wegen des Priels geht hier immer alles. Morgens eher SUP, mit dem Wind am Abend eher Kiten.“ Damit kann er beide Trendsportarten gut abdecken.

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