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„Wibadiwum“ : Startschuss für den Umbau der Welt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

„Wir bauen die Welt um“ war das Motto einer Ideenwerkstatt zum effektiven Klimaschutz. Vor der Berliner Funkausstellung gab es eine Auftaktveranstaltung auf Föhr

Bevor in der kommenden Woche die Ideenwerkstatt „Wibadiwum“ (Wir bauen die Welt um) bei der Berliner Internationalen Funkausstellung (IFA) offiziell zu ihrer Jungfernfahrt aufbricht, hatte sie auf Föhr sozusagen ihren Stapellauf. „Wibadiwum“ ist ein Abkömmling des noch ganz jungen Hamburger „Competence Centers technische Dienste“ (CCTD) und hat das Ziel, Ideen und Initiativen auf dem Weg zu einem effektiven Klimaschutz zusammen- und voranzubringen.

Föhr ist auf diesem Gebiet kein unbeschriebenes Blatt mehr: Es gibt hier bereits ein Klimaschutzkonzept und als Ziel ist schon seit einiger Zeit von der Politik eine 100-prozentige Selbstversorgung mit Energie festgeschrieben. Als dann Jan Brodersen von der Oevenumer „Föhrer Windkraft – Strom von Föhr für Föhr“ über die Arge Netz in Breklum, in der die schleswig-holsteinischen Windmüller zusammenarbeiten, Kontakt zu „Wibadiwum“ bekam, stand für ihn rasch fest: „Wir organisieren in Nieblum einen Workshop: Föhr – 100 Prozent Natur“.

Der Einladung zur Veranstaltung „Weltumbau“ folgten nicht nur die offiziellen Vertreter der Insel, wie Amtsvorsteherin Heidi Braun, die auch die Begrüßung übernahm, und zahlreiche Bürgermeister, sondern auch viele weitere interessierte Föhrer. Sie erlebten eine Werkstatt, in der hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft mitwirkten, so unter anderem vom Institut Solare Energie der Fraunhofer Gesellschaft Freiburg, der Universität Flensburg und der Bosch Power Tec aus Stuttgart. „Ein Kompetenznetzwerk soll beratend mitwirken und den Weltumbau ermöglichen helfen“, so Jobst Büschner, Geschäftsführer des CCTD. Beleuchtet wurden im Laufe der Veranstaltung die einzelnen Bausteine eines Lebensstils mit der Natur. Dazu gehören die Selbstversorgung der Insel mit Energie aus Sonne, Wind und Biogas und der effiziente Umgang mit Strom, wobei auch die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Bedeutung ist. Bei diesem Prozess ist die ständige Weiterentwicklung der Technik nicht zu unterschätzen: In allen Lebensbereichen kann sie Einsparungen ermöglichen: Sei es bei Heizungsanlagen, der Mobilität oder auch Haushaltsgeräten. „Die Kunst ist es“, so Büschner, „die verschiedenen Lebensbereiche zusammenzuführen und bewusst zu haushalten“.

Dass der Umbau der Welt nicht von heute auf morgen erfolgen kann, ist den Akteuren von „Wibadiwum“ natürlich klar. Sie hoffen aber, auf Föhr einen Prozess voranzubringen und dazu beizutragen, alle Akteure an einen Tisch zu bringen. „Ein Masterplan für das energetische System auf Föhr ist dabei das Ziel“.

Der Workshop, an dem auch der „Wahl-Föhrer“, Schauspieler und Sprecher Christian Brückner und der Schauspieler Martin May mit Lesungen mitwirkten, beschränkte sich nicht nur auf die Theorie: Eine ganz Flotte von Elektro-Fahrzeugen war eigens für diesen Tag nach Föhr gebracht worden, um ihre Alltagstauglichkeit zu beweisen. Außerdem wurde am Nachmittag eine Exkursion angeboten, bei der die Windkraftanlagen in der Oevenumer Marsch, die Hedehusumer Biogasanlage sowie ein nagelneues Plus-Energie-Haus in Borgsum unter die Lupe genommen wurden.

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