zur Navigation springen

kurs föhr : Stammgast mit großer Fan-Gemeinde

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die „Ubena von Bremen“ zählt zu den Stammgästen der Insel. In diesem Jahr hatte es die Kogge besonders einem Vierjährigen angetan.

Philip aus Bensheim hat in Wyk seine große Liebe gefunden. Der Vierjährige machte kurz nach dem Einlaufen der Hansekogge „Ubena von Bremen“ im Wyker Hafen einen Besuch an Bord des Schiffes, und seither ist sein Vater dazu „verdammt“, bei jeder sich bietenden Gelegenheit erneut die Kogge zu entern. Stolz zeigt er dann auch den Stempelabdruck auf seiner Hand vor, der von seiner großen Liebe kündet.

Die „Ubena“ hat unter dem Kommando ihres Kapitäns Udo Rübesamen „Kurs Föhr“ genommen, um bei der gleichnamigen Woche eine tragende Rolle zu übernehmen. Vom Gottesdienst an Bord des Schiffes bis hin zu Knotenkunde, gemeinsamem Kochen und Segeltörns reicht dabei das Programm.

Während Philip vollkommen damit zufrieden ist, an Bord des Schiffes zu sein, können interessierte Erwachsene einiges über die Geschichte dieses Schiffes erfahren, das 1991 als Nachbau einer Kogge entstanden ist. Die echte Kogge aus dem Jahr 1380 wurde 1962 zufällig beim Baggern in der Weser gefunden und ist vermutlich bereits auf der Werft gesunken. Während der Fund über 15 Jahre hinweg konserviert und im Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven wieder aufgebaut wurde, fanden sich Bremerhavener Kaufleute zusammen, um einen Nachbau der Hansekogge aufs Wasser zu bringen. In diesem Zusammenhang entstand der Verein Hanse-Koggewerft, dem inzwischen rund 800 Mitglieder angehören. Er ist der Träger des Schiffes, und da er keine öffentlichen Zuschüsse erhält, muss der Unterhalt der „Ubena von Bremen“ bei Veranstaltungen wie der auf Föhr erwirtschaftet werden. „Wir benötigen 120 000 bis 150 000 Euro im Jahr, um über die Runden zu kommen“, berichtet Kapitän Rübesamen.

Während die sechs- bis siebenköpfige Crew, bestehend aus Vereinsmitgliedern, ehrenamtlich im Einsatz ist, fällt vor allem der Spritverbrauch als Kostenfaktor ins Gewicht. Diese Probleme kannten die Kaufleute der Hanse nicht, deren Koggen als Handelsschiffe auf Nord- und Ostsee unterwegs waren. Sie hatten dennoch genug Sorgen, können die Besatzungsmitglieder der „Ubena“ berichten. Denn die Hansekoggen waren so gut wie nicht manövrierfähig. Kam der Wind aus der falschen Richtung, blieb der Besatzung nur die Möglichkeit, zu ankern und auf einen Windwechsel zu hoffen. Es seien aber viele Hansekoggen verlorengegangen, und der Kaufmann, der zwei seiner Koggen zurückbekommen habe, sei bereits ein gemachter Mann gewesen.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2014 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen