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Insel-Bote

23. Oktober 2017 | 19:55 Uhr

Stadt übernimmt Aufgaben der FTG

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Doch auch nach der Kündigung der Verträge mit dem bisherigen Partner soll ein gemeinsamer Weg mit Föhr-Land gefunden werden

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 19:22 Uhr

Wyk kehrt der Föhr Tourismus GmbH (FTG) den Rücken und versucht den Alleingang. Mit neun Ja- und acht Nein-Stimmen fiel die Entscheidung der Stadtvertreter denkbar knapp aus, die vorsieht, den Gesellschaftervertrag sowie den Dienstleistungs- und auch den Personalgestellungsvertrag zum 31. Dezember des Jahres zu kündigen.

Bis zuletzt hatten die Befürworter des gesamtinsularen Tourismus-Konzeptes gehofft, sich durchzusetzen. Wie vor gut sechs Jahren, als die FTG nach zähen Verhandlungen und mit Hilfe eines neutralen Moderators aus der Taufe gehoben wurde, hoffte man auch jetzt auf die helfende Sicht von außen. So sollte nach mehr als zwei Jahren fruchtloser Gespräche wieder Bewegung in den Prozess kommen, sollten die Tourismusstrukturen auf der Insel systematisch untersucht und dann optimiert werden. Mit der Moderation wurde der „Project M“-Geschäftsführer Cornelius Obier beauftragt.

Pragmatisch gesehen mache es keinen Sinn, an diesen Gesprächen noch teilzunehmen, resümierte ein sichtlich enttäuschter Wyker Bürgermeister Paul Raffelhüschen. Er gehört zu jenen acht Stadtvertretern, die es bevorzugt hätten, das Ergebnis der geplanten Vermittlung abzuwarten. Nun sei die Entscheidung gefallen und wie es weitergehe, sei derzeit ungewiss. „Die Ratschläge der Fachleute lauteten anders“, verweist er auf den Vortrag Lutz Lürigs von der Fides-Treuhandgesellschaft vor einigen Wochen vor dem Hafenausschuss.

Der hatte für den Fall, dass der FTG das operative Geschäft entzogen und in Eigenregie umgesetzt werde, zu großer Vorsicht gemahnt und eindringlich geraten, genug Zeit einzuplanen. Komplizierte Vertragswerke seien zu berücksichtigen und fortzuführen, die miteinander zusammenhingen. So seien noch Verlustausgleiche mit den Gemeinden, Pachtverträge und Personalgestellungsverträge zu regeln. Zudem seien gegebenenfalls Ausschreibungsverfahren in Gang zu setzen, deren Fristen einzuhalten seien. Das Ganze bedürfe einer systematischen Vorbereitung, warnte Lürig davor, sich unter Zeitdruck zu setzen. Genau dies, so Raffelhüschen, sei nun eingetreten: „Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen, denn die Stadt lebt nicht von Ackerbau und Viehzucht“.

Kommnuale Gemeinschaft und Sozialdemokraten aber wollten die Trennung jetzt, und der Fraktionsvorsitzende der SPD, Peter Schaper, kann kein Zeitproblem erkennen. Ohnehin sei klar gewesen, dass Wellenbad und Veranstaltungen aus der FTG herausgelöst würden, und es bliebe das Marketing. In welcher Form und mit welchem Geld dies weiterzuführen sei, wäre die Frage. Die Kündigung aber sei nicht das Ende. Vielmehr sieht Schaper auch für die Zukunft einen gemeinsamen Weg „und wir reden nur über den Zeitpunkt“. Je früher, umso besser, wolle man niemanden ausgrenzen und sehe sich nicht als Konkurrenz zu Föhr-Land. „Alle Gespräche, die ich geführt habe, bestätigen, dass wir wieder einen gemeinsamen Weg finden werden.“

Gemeinsam ja, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Denn das Stimm- und finanzielle Verhältnis sind der Knackpunkt für die Stadt und in beiden Punkten hat sich trotz der vergangenen Diskussionen nichts bewegt. Weshalb Amtsvorsteherin Heidi Braun fürchtet, dass Forderungen auf den Tisch kommen und eine Gesellschaftsform vorgeschlagen wird, die der Stadt mehr Mitspracherecht einräumt. „Wir haben versucht, einen gemeinsamen Weg zu finden“, machte sie aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl und sprach von keinem guten Tag, denn die Stadt habe sich zu 100 Prozent von Föhr-Land losgesagt.

Von einem rabenschwarzen Tag für die Insel sprach FTG-Chef Armin Korok. Der alle Kräfte für den moderierten Prozess aufbringen will, damit der jetzt eintretende Zustand möglichst schnell beendet wird. „Ich fand toll, dass sie Flagge gezeigt haben“, zeigte sich Korok stolz auf seine Mitarbeiter. Die hatten nach dem öffentlichen Teil der Sitzung der Stadtvertretung mit ihrem Chef bis in den späten Abend vor dem Amtsgebäude ausgeharrt, um das Ergebnis der Abstimmung zu erfahren.

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