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Spass für die Kleinen : Stadt – Kuh – Fluss: Autorenlesung für Schüler

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kinderbuchschreiber Christian Tielmann las an den Föhrer Grundschulen aus seinen Geschichten vor . Aktion der Jugendbuchverlage für mehr Spaß am Lesen.

Schauplatz Grundschule: Die Erst- und Zweitklässler erleben ihre erste Lesung. Der Autor, Kinderbuchschreiber Christian Tielmann aus Köln, hat zwei seiner Geschichten vorgelesen und eröffnet die Fragerunde. Zig Arme schnellen hoch. „Hast du auch Pettersson und Findus geschrieben?“ – „Nein, aber hätte ich gerne. Finde ich nämlich auch toll.“ Anschlussfrage: „Kannst du das denn nicht einfach abschreiben?“

„Was für eine super Frage“, rief Tielmann. Und, zack, war man beim Thema Urheberrecht. Im Publikum knapp 70 Sechs- und Siebenjährige. „Es gibt nämlich ein Gesetz, was genau das verbietet“, erklärte Tielmann. „Wer sich eine Geschichte ausdenkt, dem gehört sie auch.“ Auf vielen Stühlen verständnisvolles Nicken und Beinegeschlenker. Es war wirklich erstaunlich, wie der 46-jährige Kinderbuchautor eine Dreiviertelstunde lang eine Zuhörerschar fesselte, deren Aufmerksamkeitsspanne normalerweise wahrscheinlich nur so lang ist wie ein kleines Fingerchen.

„Diese schöne Leeeesung“ – mit langem e –, wie Rüm-Hart-Grundschulleiter Christoph Steier den drei Klassen eingangs mit leiser, eindrücklicher Stimme erzählt hatte, „hat euch Jürgen Huß vom Bunten Buchladen geschenkt“. Huß, der auch unter den Zuhörern saß, hatte beim Welttag des Buches an einer Verlosung teilgenommen und eine Lesung gewonnen. „Und dann habe ich sie meinen Kiddies auf Föhr geschenkt“, sagte der Buchhändler freudig. Für diese Aktion schicken zig Jugendbuchverlage ihre Autoren auf Lesereise, und so kam es, dass Christian Tielmann, dessen über 80 Kinderbücher im Schweizer Verlag Orell-Füssli und anderswo verlegt sind, erst in der Rüm-Hart-Schule und gleich im Anschluss in der Grundschule auf Föhr-Land ein paar seiner Geschichten erzählte. Tielmann war von Fehmarn angereist, wo er tags zuvor gelesen hatte. „Von der Schweiz aus betrachtet, mag es so ausgesehen haben, als lägen beide Inseln dicht nebeneinander“, meinte er lachend.

Der Mann, der von sich sagt, dass er immer schon Kinderbücher schreiben wollte und nie etwas anderes gemacht habe, als gelesen und geschrieben, hatte wirklich ein gutes Geschick im Umgang mit seiner Hörerschar. Mal gab er den Clown, dann den Pantomimen. Mal hob er den Zeigefinger in die Runde oder stieß die Arme in den Himmel. Je nach Geschichte, die an diesem Vormittag von Herrn Kurz und Herrn Klein handelte, die einen Wasserhahn zu reparieren versuchen oder – mit Regionalkolorit – von Sommervieh, das in „Stadt – Kuh – Fluss“ nicht auf die Insel kommt, weil das Schiff nicht mehr unter der Brücke durchpasst. „Was kann man da tun?“ rief Tielmann in die Menge. Gereckte Arme, tolle Vorschläge: „Eine Seilbahn zur Insel“, „eine Rolltreppe“, „nein, einen Tunnel“, „eine Skateboardbahn“. „Und was ist eigentlich wichtiger? Kühe oder Feriengäste?“, fragte er weiter. „Kü-he, Kü-he!“ Von kindlichem Übermut konnte auch Grundschulleiter Michael Oldigs von Föhr-Land berichten, wo seine 44 Schüler ebenfalls total begeistert waren von Tielmanns Vorstellung.

Wobei – und da muss man als Vorleser starke Nerven haben – die Kiddies gleich nach Ende der ersten Geschichte die nächste forderten: „Aber eine ganz witzige“, „ja, bitte witzig“. Und Tielmann schaffte es tatsächlich, seine Spaßgesellschaft weiterhin bei Laune zu halten.

Kurz vor Schluss blieb ein bisschen mehr Zeit als gedacht, und alle durften Fragen stellen: Neben der Pettersson-und-Findus-Frage mit Urheberrecht-Antwort gabs noch jede Menge Neugier zu befriedigen: „Kennst du Til Schweiger?“ – „Bist du berühmt?“ – „Schreibst du mit dem Computer?“ Daraufhin erzählte Tielmann aus dem Leben in seinem Arbeitszimmer und wie schade es sei, dass er morgens manchmal nicht mehr lesen könne, was er abends handschriftlich verfasst habe. Sein Rat an die kleinen Zuhörer: „Kümmert euch um eure Handschrift. Tut euch selbst einen Gefallen!“. Da klatschten auch die Lehrer.

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erstellt am 27.Apr.2017 | 17:00 Uhr

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