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Auf Föhr : Spiele, Sport und Weihnachtswichteln

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das zwanglose Treffen von Flüchtlingen und Insulanern hätte mehr Besuch verdient gehabt. Die in den Fun-Park gekommen waren, hatten viel Spaß miteinander.

Die Idee sei ihr bei der Arbeit gekommen. Und als dann auch noch der Landfrauenverein gesagt hat, dass er das Projekt finanzieren würde, war quasi alles beschlossen. So beschreibt Jana Strelow die Entstehungsgeschichte zu dem ersten Nachmittag des Zusammenkommens zwischen Flüchtlingen und Insulanern. Am vergangenen Sonabend war es dann soweit: Einen Nachmittag lang konnten die alteingesessenen Föhrer mit den neuen Insulanern in Kontakt treten. Allerdings: Enorm viele Einheimische waren nicht gekommen.

„Ich hätte mir schon gewünscht, dass mehr Insulaner die Chance genutzt hätten, mit den Flüchtlingen in Kontakt zu treten“, bedauerte Strelow das geringe Interesse an der Veranstaltung. Ein Grund könnte die Sprachbarriere sein, vermutet Strelow: „Viele sind da bestimmt ängstlich. Aber viele Flüchtlinge sprechen super gut Deutsch, außerdem haben wir hier Dolmetscher und notfalls verständigt man sich halt mit Händen und Füßen. Einen Weg findet man immer.“

Insgesamt sei das Verhältnis zwischen den Asylbewerbern und den Insulanern ungebrochen gut. Und die Hilfsbereitschaft sei noch immer grenzenlos. Laut Strelow werde sie sogar immer noch größer. Dies würden unter anderem zahlreiche Projekte wie Fußball- und Schwimmtraining oder auch die Zusammenkünfte bei den Gemeindefrühstücken zeigen. Und auch für den Nachmittag im Wyker Fun-Park wurde fleißig gespendet. So konnte zum Beispiel ein Weihnachtswichteln veranstaltet werden. Da das Weihnachtsfest ein tiefer Bestandteil der europäischen Kultur ist, bemühen sich auch viele der Neuankömmlinge in weihnachtliche Stimmung zu kommen, auch wenn sie selbst als Muslime das Fest nicht feiern.

Doch die Geschenkeverteilung stand am Sonnabend nicht im Mittelpunkt. Vor allem sollte man zusammen spielen. Aus diesem Grund war auch Jule Denker in den Fun-Park gekommen: „Ich wurde angesprochen, ob ich nicht kommen wollte, und dann habe ich das natürlich gemacht. Und es ist echt cool, alle haben viel Spaß.“ Ähnliches meinte auch Anna Strelow: „Man sollte da einen Kontakt aufbauen. Auch in der Schule sind wir Kontaktpersonen, da ist es klar, dass man kommt.“

Zusammen spielten sie unter anderem mit Khuban Rashidi, die seit elf Monaten in Deutschland ist und bereits die erste Klasse besucht. Vom Fun-Park ist sie begeistert: „Ich bin das zweite Mal hier und es bringt viel Spaß“, sagt sie in fast fließendem Deutsch. Und auch Ranaim Tamr, 15-jährige Achtklässlerin, fühlt sich wohl. Sie habe schon einige Freunde gefunden. Und die Distanz der Insulaner gegenüber den Flüchtlingen sei überraschend gering.

So war der Nachmittag des Zusammenkommens trotz der wenigen deutschen Besucher erfolgreich. Und auch Jana Strelow konnte mit dem Ergebnis leben: „Wir sind rund 40 Leute und haben jede Menge Spaß.“ Spaß kann man auch am 27. Dezember beim Gemeindefrühstück im BUND-Haus in der Strandstraße haben. Ab 11 Uhr kann man dann mit den neuen Föhrern in Kontakt treten.

Und auch im Fun-Park wird es wieder ein Treffen geben. Für zwei weitere Male seien schon Sponsoren gefunden, freut sich Jana Strelow. Vielleicht kommen dann ja auch mehr Insulaner. Kicker kann man notfalls schließlich auch ohne Sprachkenntnisse spielen.

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