zur Navigation springen

Sphärische Klänge unter dem Kirchendach

vom

Schleswig-Holstein Musik Festival: 100 Handglocken und eine Gitarre bescherten den Besuchern des Friesendoms ein außergewöhnliches Konzerterlebnis

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

nieblum | Mit 100 Handglocken, acht Musikern und einem Gitarrensolisten erlebte das Publikum in der St.-Johannis-Kirche ein außergewöhnliches Orchester. Zu Gast war das "Aris Handglocken Ensemble" aus Estland, das gemeinsam mit dem kanadischen Gitarrenvirtuosen Rémi Boucher im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals auftrat.

Zur Aufführung kam mit Stücken aus der Klassik und der Volksmusik sowie zeitgenössischer Musik ein breites Repertoire, das eindrucksvoll die große Bandbreite der Musik mit Handglocken demonstrierte.

Den Auftakt bildeten die Bachschen Werke "Herz und Mund und Tat und Leben" und "Bist du bei mir" sowie der zweite und dritte Satz aus Mozarts "Kleiner Nachtmusik". Bekannte und häufig gehörte Werke, die vertraut und dennoch wundersam entrückt klangen, da die Akustik des Friesendoms die sphärischen Klänge der Handglocken unterstrich. "Instrumente", denen erstmals im England des frühen 17. Jahrhunderts melodiöse Töne entlockt wurden und von denen jeder Spieler bis zu acht bedient.

Im Anschluss spielte im Kontrast dazu der renommierte Gitarrensolist Rémi Boucher auf der Gitarre Bachs "Chaconne". Boucher machte seinem Ruf alle Ehre und zog das Publikum mit einer gefühlvollen Intonation des ursprünglich für Solo-Violine geschriebenen Werkes in seinen Bann.

A cappella mit estnischen Volksliedern zeigte das Ensemble nach der Pause, dass es seine Ursprünge als Kammerchor noch nicht hinter sich gelassen hat. Das Finale vereinte Handglocken und Sologitarre. Melodiöse Stücke von Grieg ("Morgenstimmung"), Tschaikowsky ("Die Jahreszeiten") und Debussy ("Childrens Corner") klangen wie für die Handglocken komponiert. Und rissen das Publikum mit, das die außergewöhnliche Darbietung mit langanhaltendem Applaus belohnte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen