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Kritik auf Föhr : Sperrstunde nicht zeitgemäß

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Um 22 Uhr werden auf der Insel die Bürgersteige hochgeklappt: Für viele Politiker ein ärgerliches Hindernis im Wettbewerb mit anderen Regionen.

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erstellt am 30.Jun.2016 | 13:00 Uhr

Die satzungsgemäßen Ruhezeiten auf Föhr, nach denen um 22 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, sind anachronistisch. Diese Einschätzung teilen nicht nur viele – insbesondere junge – Urlauber, sie ist vielmehr auch bei den kommunalen Politikern weit verbreitet. Quer durch die Parteien wird argumentiert, dass die Insel den Wechsel von einem Kur- zum Touristenort längst vollzogen habe. Erschwert werde durch die Sperrstunde der Wettbewerb mit anderen Urlaubsregionen und es sei an der Zeit, sich den Bedürfnissen der Mehrheit der Gäste anzupassen.

Dass fehlende Angebote für junge Leute, die auch Konzerte nach 22 Uhr beinhalten sollten, auch in der Projektgruppe Tourismus immer wieder Thema sind, hatte deren Sprecher Peter-Boy Weber bereits vor dem Zweckverband Tourismusverband Föhr erläutert. Der nicht nur das wenig zeitgemäße Angebot hinterfragte, sondern auch die Konstellation des Gremiums. Die Motivation in der Projektgruppe sei ungebrochen, so Weber, deren Mitglieder sich aber die Frage stellen, ob der Zweckverband in allen Punkten die richtige Plattform sei.

Den Vermietern, Geschäftsleuten und Vertretern der Sozialverbände als Herz der Projektgruppe schwebt zumindest punktuell eine Zusammenarbeit auf anderer Ebene vor. Denn die Vorschläge des Gremiums richten sich mit dem Amt Föhr-Amrum, der Föhr Tourismus GmbH (FTG) oder dem Zweckverband häufig nur an einen Adressaten. Die logische Schlussfolge sei, so Weber, eine stärkere Verknüpfung mit der FTG und den Gemeinden sowie der Stadt. „Eine Symbiose, die in einer Art Tourismusmanagement münden könnte.“

Ein weiteres Ärgernis sind die Sitzungs-Häufigkeiten, hier ist der Zeitplan kaum kompatibel. Während sich die Projektgruppe monatlich trifft, kommt der Zweckverband vierteljährlich zusammen. Dass Ideen und Vorschläge des Beirats das inselweite Gremium häufig mit einiger Verspätung erreichen, ist somit programmiert. „Nachbessern ja. Alles in Frage stellen, nachdem wir gerade angefangen haben, nein“, kommentiert Heidi Braun und mahnt Besonnenheit an. Die Amtsvorsteherin sieht allerdings, wie auch Verbandsvorsteher Till Müller, Möglichkeiten, die missliche Situation aus der Welt zu schaffen. Gemeinsam soll nun nach Lösungen gesucht werden, die, so Müller, das Ziel haben müssen, „dass diese Anregungen ihren Adressaten schneller erreichen“. Das Thema soll in der nächsten Sitzung der Projektgruppe beraten werden, an der auch Heidi Braun und Till Müller sowie der FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt teilnehmen wollen.

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