Amrum : Speed-Dating mit der Insel

Abstecher zum Leuchtturm: Mark Hofmeyr und Caspar Diederik (von links).
Abstecher zum Leuchtturm: Mark Hofmeyr und Caspar Diederik (von links).

In nur wenigen Stunden entstand auf der Insel ein Werbefilm. Das Ergebnis ist Ende Juli im Internet zu sehen.

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07. Juni 2015, 15:45 Uhr

Sie hatten nicht mal ganz einen Tag, sie kamen aus Südafrika und den Niederlanden, waren erstmals auf Amrum und sollten hier einen Film drehen, der einem im Bestfall die Sprache verschlägt und Gänsehaut macht. Einen Film, der Menschen in aller Welt, die diese wunderschöne Insel nicht kennen, dazu verleiten könnte, doch mal hinzureisen. Amrum in drei Minuten: Online ab Ende Juli.

Die Idee kommt von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Eine Marketingorganisation in Frankfurt, die im Auftrag der Bundesregierung für Reisen in dieses schöne Land wirbt und Erfolg damit hat, wenn zigtausend Chinesen Schloss Neuschwanstein fotografieren. Und nun – laufendes Projekt: Anlässlich der Wiedervereinigung vor 25 Jahren: 25 neue Blickwinkel auf Deutschland.


Frischer Blick aufs Wattenmeer


Für den frischen Blick aufs Wattenmeer traf die Social-Media-Managerin der DZT letztes Jahr auf einem Blogger-Gipfel in Kanada auf die Storytravelers, eine Gruppe hipper Bildgeschichtenerzähler, alle etwa Mitte Dreißig, mit professionellem Equipment und großer Liebe zum Reisen. Biologen, Designer, Journalisten, Kameraleute, Filmemacher – aus Polen, Argentinien, Wo-auch-immer her. Auf Amrum sind nun zwei von ihnen gelandet: der Holländer Caspar Diederik, der in Italien lebt und Mark Hofmeyr, der in Kapstadt sein Geld mit Werbefilmen und (vielfach prämierten) Musikvideos verdient.


Interessanter Blickwinkel


Die beiden Jungs hatten ein echtes Speed-Dating mit dieser Insel: Nachmittags Ankunft (von Sylt), dann Kniepsand, Friesentorte. Nächster Tag: Odde. Zwischen Wattwurmbuddeln und Leuchtturm quetschte Lars Rickerts, Amrum Touristik-Mitarbeiter und in diesem Fall Gruppenführer, freundlicherweise einen Interviewtermin: zehn Minuten, ein guter Kaffee im Stehen auf dem sonnenbeschienenen lovely place-Parkplatz hinter der Amrum Touristik Norddorf. Interessanter Blickwinkel.

Das „silver light“ hatte es ihnen besonders angetan (nicht das vom Parkplatz!), dieses ganz besondere Licht, dass ihnen aus dem Himmel und den Dünen entgegen kam. Tolles Licht, sagten beide. Noch nie gesehen vorher. Und die relaxten Menschen überall auf der Insel, ganz anders als auf Sylt. (dafür könnten wir sie küssen, oder?!). Nachmittags gings dann schon wieder weiter nach Husum, geplant war auch noch ein Abstecher nach Friedrichstadt, dann Kutsche fahren in Westerhever und ab nach St. Peter-Ording. Speed-Dating eben.


Gänsehautschönes Video


Wenn sie sich jetzt fragen, wie man nach zwölf Stunden an einem bisher unbekannten Ort ein gänsehautschönes Video drehen kann, das den Menschen staunen und reisen wollen lässt, dann sollten sie sich auf youtube das vom Hainich-Nationalpark ansehen. Kennen Sie nicht den Ort? Drei Minuten, dann kennen Sie ihn! Und wollen dringend mal hin. Die Jungs sind Profis auf ihrem Gebiet: Geschichtenerzähler mit Zoomseele und High-Definition-Blick. Nicht vergessen: Ende Juli Amrum-Wattenmeer-Video gucken!

Nur ein paar Tage zuvor waren ebenfalls Journalisten zu Besuch. Die Zehn, von der dänischen Zeitung „Politiken“, den „Salzburger Nachrichten“, aus Tschechien, der Slowakei und der Schweiz, hatten etwas mehr Zeit, keine schweren Videokameras, aber leider auch kein silver light, sondern eher schlechtes Wetter. Egal! Nordsee ist Mordsee, das weiß man. Friesentorte, Tourismus-Chef Frank Timpe, Dr. Thomas Chrobock vom Norddorfer Naturzentrum sowie Gästeführerin Kinka Tadsen und die Friesisch-Experten des Öömrang Hüs machten das Wetter vergessen und Amrum lebendig.

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