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Amrumer Versorgungsbetriebe : Sparen zahlt sich nicht aus

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Weil die Insulaner weniger Trinkwasser verbrauchen, müssen die Versorgungsbetriebe den Kubikmeterpreis anheben. Allerdings nur um fünf Cent.

Trinkwasser sparen gehört in der Bevölkerung schon seit Jahren zum guten Ton. Hierbei werden die Nutzer von den Herstellern von Wasser- und Abwassertechnik unterstützt. Spülten einst zwölf Liter kostbares Trinkwasser bei jeder Toilettenspülung durch den Abwasserkanal, so hat sich diese Spülmenge inzwischen halbiert. Und bei Betätigen der Wasserspartaste werden noch gerade mal drei Liter verbraucht. Und auch aus dem Wasserhahn und dem Brausekopf kommen dank Spartechnik reduzierte Wassermengen.

Der Verbraucher spart, die Umwelt freut sich, doch den Amrumer Versorgungsbetrieben brechen Einnahmen weg. Wie Vorstandsmitglied Norbert Gades auf der Sitzung des Verwaltungsrates beschrieb, werde durch den rückläufigen Wasserverbrauch, 2014 waren es rund 380  000 Kubikmeter weniger, zwangsläufig der Kubikmeterpreis in die Höhe getrieben. Das Unternehmen zeichnet auf Amrum sowohl für die Frischwasserversorgung, als auch für die Abwasserentsorgung verantwortlich.

„Wir haben aufgrund der hohen Anforderungen an Hygiene und Versorgungssicherheit im Wasserwerk bedarfsunabhängige Kosten für Technik und Personal, die auf den rückläufigen Wasserabsatz umgeschlagen werden müssen“, erklärt Gades. Daher wurde zum 1. Januar der Preis von 90 Cent pro Kubikmeter auf 95 Cent angehoben. Laut Gades reicht diese Preisanpassung noch nicht ganz, um die zugleich gestiegenen Betriebskosten aufzufangen. Zudem sei in den zurückliegenden Jahren kräftig in den Ausbau des Versorgungsnetzes der Gemeinde Norddorf und die Installation eines neuen Reinwasserbehälters investiert worden. Man habe sich aber entschieden, lieber kleine Schritte der Anpassung umzusetzen, betonte Gades.

Auch für die Abwasserentsorgung fallen seit dem 1. Januar höhere Gebühren an. Hier wurde der Kubikmeterpreis um 20 Cent auf 2,80 Euro pro Kubikmeter angehoben. Gades begründet diese Verteuerung mit anstehenden umfangreichen Sanierungsarbeiten. Diese befänden sich bereits in der Planung und basierten auf den Untersuchungen der Amrumer Unterwelt im Winter 2009/2010, als der Zustand des Abwassernetzes und der dazu gehörigen Revisionsschächten lückenlos kontrolliert wurde. Einige schwerwiegende Mängel, wie kapitale Rohrbrüche, seien daraufhin zeitnah behoben worden. Nun sollten die Sanierungsmaßnahmen fortgeführt werden, dabei stünden viele Kontroll- und Revisionsschächte im Fokus. Im Einzelnen seien die Schäden überwiegend geringfügig, doch in der Summe würden sie doch erhebliche Ausgaben verursachen.

Eine andere Baustelle konnten die Versorgungsbetriebe inzwischen zu den Akten legen: Die Umgestaltung der Verkehrsflächen des Fähranlegers in Wittdün wurden 2015 erfolgreich abgeschlossen. Die Veränderungen in Verkehrsführung und Aufteilung der Parkflächen hätten sich bereits bewährt.

Die anhaltende Versandung des Fahrwassers direkt am Fähranleger in Wittdün sorgte speziell bei extremen Niedrigwasserständen dafür, dass der Anleger 2 nicht von den Fähren angelaufen werden konnte. Aus dem stillgelegten Becken des ehemaligen Anlegers 3 heraus bauen sich immer wieder Sandmassen auf, die in regelmäßigen Abständen ausgebaggert werden müssen. So hatte das dänische Baggerschiff „Peter Madsen“ bereits Ende des vergangenen Jahres damit begonnen, den Sand abzutragen und in der Norderaue zu verklappen. „Ohne diese Erhaltungsbaggerung können wir bei den besagten Wasserständen den Seiteneinstieg nicht nutzen“, verdeutlichte Gades.

Der Verwaltungsrat verabschiedete das Jahresergebnis des kommunalen Unternehmens, das für 2014 einen Verlust von 75  300 Euro ausweist. Dieses Defizit wird allerdings durch Gewinne von 144  000 Euro im Jahr 2013 gedeckt. Allein die Aufwendungen hatten sich von 2013 auf 2014 um rund 320  000 Euro erhöht. Hier schlägt unter anderem die Ortsnetzerweiterung für die Gemeinde Norddorf zu Buche.

Für das Jahr 2016 sieht der verabschiedete Wirtschaftsplan der Versorgungsbetriebe Amrum 5700 Euro Überschuss vor. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem die Einrichtungen zur Trinkwasserversorgung und der Abwasserentsorgung, der Hafenbetrieb mit Fähranleger Wittdün und Steenodder Mole sowie die Inseltankstelle.

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