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Auf Amrum : Sozialverband bekommt Zuwachs im Vorstand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei der Jahresversammlung wurde der Schriftführerposten neu besetzt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Altersarmut.

Rund 20  000 Menschen in Schleswig-Holstein sind altersarm und beziehen Grundsicherung. Ungefähr nochmal so viele hätten Anspruch darauf, fordern das Geld aber nicht ein. Das sind Zahlen, die Christian Schultz vom Sozialverband Deutschland (SoVD) den Mitgliedern der Amrumer Ortsgruppe präsentierte. Deren Vorsitzender, Joachim Stock, hatte den Sozialfachmann aus Kiel zur Jahresversammlung eingeladen und ihn um ein paar Fakten zur Altersarmut gebeten. „Ich finde, das Thema geht jeden an. Und wir wissen einfach zu wenig darüber.“

Schultz sprach von sinkenden Rentenniveaus, forderte höhere Freibeträge und beantworte Fragen aus dem Publikum. „Lieber nicht arm dran“ stand auf dem Button, den jeder der Teilnehmer ans Revers geheftet bekam.

Zu Beginn der Versammlung hatte Norddorfs stellvertretender Bürgermeister Christoph Decker als Vertreter der Gemeinden sich für die Arbeit bedankt, die vom Vorstandsteam geleistet wurde. „Das macht sehr, sehr glücklich; besonders, weil es hier auf der Insel wichtig ist, dass wir uns gegenseitig helfen.“

Was das Formale betraf, war die Versammlung ruck, zuck durch. Dabei wurde Joachim Stock vom zweiten Vorsitzenden Peter Ottner unterstützt. Geehrt wurde Uwe Waja für seine zehnjährige Mitgliedschaft. Der Chef der „Keksdose“ in Wittdün konnte die Urkunde gleich selbst in Empfang nehmen, das Treffen fand schließlich in seinem Bistro statt. Nicht dort waren, aber geehrt wurden auch Uwe Hansen (zehn Jahre Mitglied), Karla Hanke, Mane und Heide Wegener (20 Jahre) sowie Maria Mahn (30 Jahre).

„Und jetzt kommen wir zum allerbeliebtesten Tagesordnungspunkt“, sagte Stock verschmitzt, als er zur Neubesetzung des Schriftführerpostens aufrief. Niemand musste sich überreden lassen, denn das hatte der Vorsitzende schon vorher erledigt: Carmen Imhof übernimmt fortan diese Aufgabe. Sie wurde einstimmig gewählt. Die 54-Jährige, die seit acht Jahren auf der Insel ist, war früher bei der AOK tätig und arbeitet seit einem Jahr im Alma-Münster-Haus des Roten Kreuzes in Wittdün in der Verwaltung und an der Rezeption. Ellen Martens, die im vergangenen Jahr neben ihrem Job als Kassenwartin auch noch die Schriftführung übernommen hatte, gab unter anderem bekannt, dass aufgrund hoher Kontoführungsgebühren der Bank man sich künftig auf ein einziges Konto beschränke.

Die Hauptthemen im Sozialverband Amrum, der sich im Lauf des letzten Jahres von 106 auf 113 Mitglieder stärken konnte, sind Fragen zur Rente und zu Krankenkassendingen. Das deckt sich mit den Erfahrungen von Sozialfachmann Schultz. Den in Schleswig-Holstein über 140  000 Mitgliedern wird schnell und kompetent geholfen. „Wir gehen auch bis zum Bundessozialgericht in Berlin“ sagt Schultz. Joachim Stock nickt. Auch er vermittelt diejenigen, die ihn auf Amrum anrufen bei Bedarf gleich in die Bundeshauptstadt. „Aber vorher müssen sie natürlich Mitglied werden“, sagt er.

Joachim Stock ließ das vergangene Jahr Revue passieren, die Einschulungs-Überraschungstüte für die Erstklässler mit Malbuch und Stundenplan, den Besuch beim Föhrer Ortsverband, das vorweihnachtliche Kaffeetrinken sowie den Bingo-Abend, und kündigte gleich das Programm 2017 an, zu dem eine Reise in die Rosenstadt Eutin zu Himmelfahrt am 25. Mai gehört und eine Feier zum 100. Jahrestag des Sozialverbandes Deutschland, die am 27. Mai in Neumünster stattfindet. Die dazugehörige Jubiläumsreise wird in den Thüringer Wald führen. 70 Jahre wird der Ortsverein Amrum alt. Gefeiert wird das am 6. Mai, wahrscheinlich im Norddorfer Seeheim.

Ein Anliegen hatten Joachim Stock und Peter Ottner noch: Die Betreuung von Hilfsbedürftigen und da ganz speziell die Fahrdienste. „Wir suchen Freiwillige, die Zeit haben, mal jemanden zum Arzt oder ins Amt zu fahren“, kündigte Stock an. „Ich fände es schön, wenn wir das auf die Füße bringen würden.“




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