Wyk-Boldixum : Sonnenstrahlen und schöne Stimmen

Martin Bruchwitz (re.) hatte wieder ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.
Martin Bruchwitz (re.) hatte wieder ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.

Beim Pfingstkonzert in St. Nicolai ertönte Musik aus mehreren Jahrhunderten. Neben Chorgesang gab es auch Orgel- und Trompetenklänge.

shz.de von
22. Mai 2018, 07:00 Uhr

Pfingstsonntagabend. Durch die Scheiben der St.-Nicolai-Kirche fielen die Strahlen der Sonne und erhellten das Kirchenschiff. Sie stimmten die zahlreichen Gäste freundlich auf das Pfingstkonzert ein, das die Boldixumer Kantorei „Con Spirito – Mit dem Heiligen Geist“ überschrieben hatte.

„Jedes Mal wenn ich auf Föhr bin, besuche ich das Programm der Kirchen. Hier wird so viel Schönes geboten. Es ist immer wieder eine große Freude.“ So äußerte sich gespannt abwartend eine Besucherin. Und sie sollte nicht enttäuscht werden.

Das Programm dieses Abends war sehr abwechslungsreich und überaus stimmig zusammengestellt. Es begann gregorianisch – nur die Männerstimmen eröffneten den musikalischen Abend, gefolgt von einem Orgelspiel mit Birgit Wildeman. Anschließend boten alle Sängerinnen und Sänger Werke a capella aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Zu guter Letzt war Andreas Veith an der Trompete zu hören. Den Taktstock schwang Martin Bruchwitz, der gleichzeitig die gesamte Leitung inne hatte.

Unterstützt wurden die einheimischen Akteure von Mitgliedern des Rungholt-Ensembles aus Hamburg, die die Kantorei St.-Nicolai wie schon seit Jahren bei größeren Konzerten begleitet und unterstützt. Mit der Motette „Komm, Jesu, komm“ von Johann Sebastian Bach zeigten die acht Sängerinnen und Sänger eine bemerkenswerte musikalische Darbietung.

Das Publikum genoss sichtlich feierlich gestimmt und konzentriert die bunte Mischung des gesamten Programms. Mit geschlossenen Augen lauchschten die Zuhörer den Klängen von Komponisten aus verschiedenen Jahrhunderten. Einer der Sänger sagte später: „Man spürte die Ruhe und Besinnlichkeit. Der Funke sprang über“.

„Die Bach-Motette rührte mich zu Tränen“, so eine Besucherin, „besonders toll gefiel mir auch die eigenwillige Interpretation des Stücks ‚Evocation à la Capelle Sixtine‘ von Franz Liszt durch die Organistin.“ Nach gut eineinhalb Stunden bedankte sich das Publikum mit anhaltenden Applaus bei allen Akteuren. Der äußerst zufrieden wirkende Martin Bruchwitz bedankte sich bei Birgit Wildeman für ihr Orgelspiel, bei Andreas Veith für seine Trompetenbeiträge und bei den Sängerinnen und Sängern für den gelungenen Auftritt. Zum Abschluss bedankte sich der Chor mit der Wiederholung der Motette „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy beim Publikum.

Nach dem großen Konzert ist vor dem großen Konzert. Und so beginnen schon bald die Proben für das Weihnachtsoratorium von Bach, das am 28. Dezember dargeboten werden soll.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen