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volles programm : Sieben Ausstellungen in einem Jahr

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Museum Kunst der Westküste hofft auf einen ähnlichen Erfolg wie in 2014 und zeigt als erste Präsentation Fotos des Sylters Bleicke Bleicken.

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 09:00 Uhr

Über ein „absolutes Spitzenergebnis“ freut sich Ulrike Wolff-Thomsen, die Direktorin des Museums Kunst der Westküste (MKDW). „Wir hatten im vergangenen Jahr ein Besucherplus von 25 Prozent, alle Kollegen sind blass geworden“, berichtet sie. Mit knapp 39  000 Besuchern konnten zwar die Spitzenergebnisse aus der Anfangszeit, als jährlich bis zu 45  000 Kunstfreunde ins Alkersumer Museum kamen, noch nicht wieder erreicht werden. Aber vom Landestrend, der laut Wolff-Thomsen maximal Zuwächse im unteren einstelligen Bereich aufweist, hat sich das MKDW, obwohl 2014 eher Strand- als Museumswetter herrschte, deutlich abgesetzt.

Wolff-Thomsen führt das unter anderem auf die große Otto-Heinrich-Engel-Ausstellung zurück, die auch viele Insulaner angezogen habe. Und natürlich auf die Modersohn-Schau, in der Bilder des Worpsweder Künstlerpaares gezeigt wurden, die bei einem Amrum-Urlaub entstanden sind. „Das war ein Highlight mit regionaler Verortung“, so Wolff-Thomsen. Trotzdem, „so ganz erklären kann ich mir diesen Besucheransturm nicht“, sagt die Museumschefin. Ein Ansturm, zu dem auch viele „Wiederholungstäter“ beitrugen, denn ein Blick ins Gästebuch zeige, dass das Haus auch zahlreiche Stammgäste habe.

Neue Besucherschichten zu erschließen, dazu habe der Tag der offenen Tür beigetragen, der zum fünften Jahrestag der Eröffnung veranstaltet wurde. Unter den 1300 Gästen an diesem Tag hätten sich etliche Familien befunden, die bislang vor dem Eintrittspreis zurückgeschreckt seien, nachdem sie das Haus erst mal kennengelernt hatten, aber als zahlende Gäste wieder kamen, berichten Wolff-Thomsen und ihre für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiterin Christiane Morsbach.

Sehr erfolgreich sei außerdem der Bus-Shuttle vom Hafen zum Museum gewesen, der im September versuchsweise eingeführt worden war und künftig von Mai bis September angeboten werden soll. Damit hofft das MKDW in diesem Jahr verstärkt auch auf Kunstfreunde von der Nachbarinsel Sylt, um die in den kommenden Monaten gezielt geworben werden soll.

Denn das Ausstellungsjahr 2015 eröffnet am 1. März mit Fotos des Sylt-Fotografen Bleicke Bleicken, die auf der Galerie gezeigt werden. Nur eine von sieben Präsentationen in diesem Jahr.

In den Museumssälen wird in der Frühjahrsausstellung zeitgenössische Kunst in einen Dialog mit Werken aus der Sammlung treten. Objekte aus Papier werden thematisch dazu passenden Bildern aus den Beständen des MKDW gegenübergestellt. „Zum ersten Mal werden wir mit „Papermania“ in diesem Frühjahr das ganze Haus mit einer Ausstellung bespielen“, berichtet Wolff-Thomsen.

Im Sommer folgt dann eine Ausstellung mit an der deutschen und dänischen Westküste entstandenen Arbeiten des nordfriesischen Malers Hans Peter Feddersen, der, so die Museumsleiterin, „ein unglaublich qualitätsvolles, großes Erbe hinterlassen hat“. Ein Erbe, aus dem sie sich nun bedienen durfte. Denn durch Kontakte zu den Nachfahren des Künstlers konnte Wolff-Thomsen zusätzlich zu den Werken, die das MKDW bereits besitzt, zahlreiche Leihgaben für die Ausstellung gewinnen. Die Feddersen-Schau – Wolff-Thomsen: „Eine lange überfällige Neubewertung des Malers“ – wird von Anfang Juni bis Ende September gezeigt. Im Juli kommen dann noch zwei weitere Ausstellungen mit zeitgenössischen Werken dazu. Mit Nan Hoover wird erneut eine international bekannte Künstlerin ins MKDW geholt. Die 2008 verstorbene Amerikanerin ist eine der Pionierinnen der Licht-, Video- und Performancekunst. Außerdem stehen dann Fotos des 1967 geborenen französischen Fotografen Denis Rouvre auf dem Program, der im Jahr 2011 einige Monate nach dem Tsunami nach Japan gereist war und die Spuren dokumentiert hat, die die Katastrophe in der Landschaft, aber vor allem auch in den Gesichtern der Menschen hinterlassen hat. „Das Meer von der Romantik bis zur Gegenwart“ ist dann ab Oktober Thema der letzten Ausstellung des Jahres im MKDW – bestückt wieder aus eigenen Beständen.

Ein umfangreiches Programm also, an dessen Zustandekommen neben Wolff-Thomsen auch Volontärin Martina Nommensen (Papermania) und Christiane Morsbach (Nan Hoover) Anteil hatten. Der Vorlauf für Ausstellungen liege zwischen eineinhalb Jahren und wenigen Monaten, berichtet die Museumschefin. Und hat, während der Aufbau für die Frühjahrs-Präsentationen 2015 noch läuft, bereits das Ausstellungsjahr 2016 im Blick.

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