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gut aufgestellt : Sensible Daten sind bestens aufgehoben

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Amt Föhr-Amrum wird von Kieler Experten unterstützt und ist in Sachen EDV-Sicherheit gewappnet. Veraltete Software ist kaum noch im Einsatz.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 09:00 Uhr

Tag für Tag geben auch die Föhrer und Amrumer Bürger sensible Daten von sich preis. Informationen, die beim Amt Föhr-Amrum zusammenlaufen und hier archiviert werden. Für Unsicherheit sorgte unlängst ein Bericht des Landesrechnungshofes, der gravierende Mängel im Umgang mit den digitalen Daten offenbarte. Demnach laufe auf vielen Rechnern noch immer das Betriebssystem Windows XP, obwohl Sicherheitslücken seitens des Herstellers nicht mehr geschlossen werden, der Kreis arbeite mit knapp 20 Jahre alten Dienstanweisungen und von Datenschutzkonzepten könne vielfach nicht die Rede sein.

Konzepte, für die auf den Inseln Daniel Schenck als Administrator – unterstützt von Marco Christiansen und Heinrich Feddersen – zuständig ist, der das Amt gut aufgestellt sieht. Man sei autark, nicht an das sogenannte Kreisnetz angeschlossen und habe seit rund zehn Jahren einen externen Partner an der Seite, mit Spezialisten insbesondere aus dem Bereich Sicherheit. Ein Kieler IT-Dienstleister, der für Installationen und Updates des Systems zuständig ist und die Anlage mit überwacht. Als Basis für die Nutzung der EDV dient eine eigene Dienstanweisung; ein knapp 20-seitiges Dokument, das regelmäßig überarbeitet und ergänzt wird – zuletzt im April des vergangenen Jahres. Turnusmäßige Schulungen gehören ebenfalls zum Geschäft, in der Regel durch den Partner aus Kiel.

Das Netzwerk wird durch zwei Hardware-Firewalls geschützt. Die sind parallel geschaltet, falls eine Komponente ausfällt. Dazu kommen Virenscanner sowie Mail- und Internet-Filter. Passwörter müssen eine Mindestlänge haben und neben Buchstaben auch Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Auch müssen die Kennwörter regelmäßig nach 90 Tagen erneuert werden. „Zudem wurden in den vergangenen zwei Jahren an fast allen Arbeitsplätzen XP- gegen Windows-7-Rechner ausgetauscht“, so Schenck. Rechner mit dem veralteten System sind nicht an das Internet angebunden und stellen somit keine Sicherheitslücke dar. „Da läuft das Internet über den Server, auf dem das aktuelle Betriebssystem läuft.“

Im Einsatz sind Terminal-Server, die den kompletten Job eines Arbeitsplatz-Rechners übernehmen. Mit dem Vorteil, dass die jeweiligen Anwendungen nur auf dem Server installiert werden müssen. Hier liegen nicht nur die Programme, sondern auch die schützenswerten Daten.

Einen Umbruch gab es 2012: Nach bis dahin physikalischen kommen seither diverse virtuelle Server zum Einsatz. Diese werden vom „Chefrechner“ bedient und die Daten liegen auf einem gemeinsam genutzten Festplattenblock. Durch die Virtualisierung entfällt die Bindung an eine Hardware-Plattform. Somit können Anwender im laufenden Betrieb auf einen anderen Server verschoben oder das System kann erweitert oder modernisiert werden. „Das gibt Sicherheit im Falle eines Hardwaredefektes, da der Server nicht ausfällt.“ Sollte es dennoch zu einem solchen Crash kommen, so Schenck, kann dieser im laufenden Betrieb behoben werden, ohne dass die Mitarbeiter dies merken oder in ihrer Arbeit eingeschränkt werden.

Sicherheitsprobleme sieht auch der Datenschutzbeauftragte des Amtes, Tobias Schmidt, nicht. In der Geschäftsbuchhaltung auf beiden Inseln tätig, übt er diese Funktion seit rund fünf Jahren aus. Überprüfungen erfolgen stichprobenartig und es gibt Checklisten, die regelmäßig abgearbeitet werden. Als Gerüst dienen Schmidt dabei Vorgaben vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz mit Sitz in Kiel, an denen er sich orientiern kann, aber nicht muss. Zudem stehe diese Dienststelle bei kniffligen Fragen zur Seite.

Derzeit werden die Dokumentationen über das IT-Konzept des Amtes um Sicherheitskonzepte und Notfallpläne ergänzt. „Anforderungen des Landesdatenschutzes“, so Schenck, die es zu erfüllen gilt und die nur Fachleute mit Einblick in die Struktur umsetzen können. Ein Pilotprojekt für den Kieler Partner, für den die Erstellung einer solchen Konzeption ebenfalls Neuland ist. Gemeinsam mit dem Amt ist man dran und noch in diesem Jahr soll Vollzug gemeldet werden.

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