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Föhrer Inselklinik : Senioren sorgen sich um Krankenhaus

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Schließung der Geburtshilfeabteilung erregt bei der Senioren-Vollversammlung die Gemüter. Die Beiratsmitglieder wurden im Amt bestätigt.

Der Wyker Seniorenbeirat wird auch künftig von Volker Kahl geleitet; ihm zur Seite stehen weiterhin Dagmar Oldsen und Margrit Christiansen. Einstimmig wurde das Trio in der überaus gut besuchten Jahresversammlung wiedergewählt.

„Wyks Politiker nehmen die Sorgen und Interessen der älteren Bürger ernst“, konstatierte Volker Kahl in seinem Rückblick. So sei eine vor zwei Jahren überreichte Liste, die zu hohe Bordsteinkanten als Problem für Rollator-Nutzer aufführte, mittlerweile abgearbeitet. Und die Fitnessgeräte am Stockmannsweg, ebenfalls eine Anregung aus dem Seniorenbeirat, würden gut angenommen. Der als Gast geladene Kurt Weil, Geschäftsführer der neuen Wyk auf Föhr Touristik GmbH, berichtete von der auf Wunsch älterer Schwimmer eingeführten Seniorenkarte im Aquaföhr. Diese gelte für eineinhalb Stunden und sei günstiger als das normale Ticket, zudem gebe es das Angebot „sechs zum Preis von fünf“. Nutznießer sind alle Bürger ab dem 60. Lebensjahr, knapp 500 Senioren hätten das Angebot bisher genutzt.

Emotionaler wurde die Stimmung, als der Vorsitzende das Thema Insel-Klinik zur Diskussion stellte. Die Schließung der Geburtsstation und die aus Sicht der Senioren ungewisse Zukunft des Krankenhauses erregte die Gemüter. Für die Jahre 2015 und 2016 sei der Sicherstellungszuschlag von den Krankenkassen und dem Sozialministerium gewährleistet, informierte Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen auf Nachfrage aus der Runde, aus der skeptisch die Frage nach der Zeit danach gestellt wurde. Einig waren sich die Senioren nicht nur in der Beantwortung der von Volker Kahl rhetorisch gestellten Frage, ob das Krankenhaus für die Insulaner wichtig sei. Konsens herrschte auch in der Forderung, Einblick in das viel zitierte Gutachten und die Mängelliste zu erhalten. Als ersten Schritt, wie Margot Melzer betonte, nachdem Raffelhüschen, der auch Kreistagsabgeordneter ist, auf den geplanten Runden Tisch und Gespräche mit Landrat Dieter Harrsen hingewiesen hatte: „Wir müssen erreichen, dass wir in Husum mit an den Tisch kommen, und nicht über die, sondern mit den Betroffenen geredet wird“, so Melzer.

Den monatlichen Senioren-Sprechtag in Amtsgebäude soll es trotz schwacher Resonanz weiterhin geben. Der könnte künftig allerdings attraktiver werden, denn Kahl regte an, dass Ulrike Petersen vom Pflegestützpunkt Nordfriesland an diesem Tag für Beratungen zur Verfügung stehen könnte. Und Petersen war nicht abgeneigt, die mit ihrem Kollegen Lennart Sandvoss ebenfalls Gast der Runde war.

Die Pflegefachkraft bietet im Gesundheitszentrum in Husum eine offene Sprechstunde an und deckt den Bereich mittleres Nordfriesland mit Föhr und Amrum ab. Petersen berät in allen Fragen rund um die Pflege und entsprechende Kassenleistungen. So habe jeder Pflegebedürftige Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Dass diese nicht nur durch Pflegedienste, sondern auch durch Nachbarschaftshilfe erbracht werden können, stieß in der Runde auf Interesse. Mit bis zu acht Euro in der Stunde könne der Pflegebedürftige Hilfen wie Rasenmähen, Fenster putzen oder Gardinen waschen entlohnen und sich das Geld von der Pflegekasse erstatten lassen, informierte Sandvoss. Voraussetzung: Die Helfenden müssen einen kostenlosen 20-stündigen Qualifikationskurs absolvieren, „und den planen wir demnächst auch auf Föhr anzubieten“. Weitere Informationen und Terminvereinbarungen unter ✆04841/897031 oder ulrike.petersen@nordfriesland.de.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 21:30 Uhr

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