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Orkan „Sebastian“ : „Sebastian“ fegt über Föhr und Amrum

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In Wyk wird eine Fußgängerin von einem umstürzenden Baum verletzt. Sonst weniger Einsätze der Feuerwehren als erwartet.

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erstellt am 13.Sep.2017 | 20:30 Uhr

Orkan „Sebastian“ hatte sich angekündigt und die Sturmwarnungen gingen seit Tagen durch die Medien. Die Schulen hatten reagiert: Auf Föhr wurden die Grundschüler bereits um 12 Uhr nach Hause entlassen, an der Eilun-Feer- und der Öömrang Skuul fiel der Nachmittagsunterricht aus.

Immerhin: Eineinhalb bis zwei Meter über Normal lautete die Prognose des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Nachmittag, erwartet wurde der Höchststand für 19.45 Uhr. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) hatte daraufhin den Nachmittags- und Abendverkehr zwischen den Inseln und Halligen sowie den Busbetrieb auf beiden Inseln eingestellt.

Nachmittags schloss das Wyker Hafenamt auch die Stöpe. Nach den Vorhersagen am Vormittag, wo schon zwei Meter über Normal angekündigt worden waren, hoffte man noch, „dass das Schlimmste an uns vorübergeht“, so Hafenamtsmitarbeiter Gerd Jakobsen. Doch das BSH blieb bei seiner Prognose und gegen 16 Uhr wurden die Schotten dichtgemacht. Eine weise Entscheidung, denn am Abend erreichte das Wasser den Höchststand von 1,95 Metern und schwappte rund einen halben Meter hoch an die Stöpe.

Schon am Vormittag waren die Mitarbeiter des Hafenamtes im Dauereinsatz. So wurden rund 700 Strandkörbe vor einer unfreiwilligen Schwimmstunde bewahrt und auf der Promenade gestapelt. Auch die DLRG-Station wurde sturmfest gemacht, ebenso der Hafenbereich, „wo alles weggeräumt wurde, was nicht niet- und nagelfest ist“, so Jakobsen. Darunter auch zehn Autos, die trotz der Sturmflutwarnung am Fähranleger parkten und abgeschleppt werden mussten.

Die Feuerwehren auf den Inseln waren nach den Warnungen des Deutschen Wetterdienstes vorbereitet. Allerdings: Auf Amrum mussten die Blaujacken bis zum Abend nicht ein einziges Mal ausrücken. Ähnliches galt für Föhr-Land, wo die ersten Notrufe am Abend aufliefen. „Alles nichts Weltbewegendes“, befand Amtswehrführer und Nieblums Feuerwehrchef Hauke Brett. So sah es auch sein Stellvertreter: „Wieder einmal viel Rauch um Nichts“ lautete der trockene Kommentar des Wehrführers von Süddorf-Steenodde, Klaus-Peter Ottens.

Anders sah es in Wyk aus. Hier rückte die Feuerwehr noch bis in die Abendstunden aus. Der erste Notruf war gegen 11.30 Uhr bei der Leitstelle eingegangen. In der Wyker Feldstraße war ein Baum umgestürzt und hatte eine Fußgängerin unter sich begraben. Diese hatte Glück im Unglück und verletzte sich zwar schwer, schwebt aber nach Angaben der Rettungskräfte nicht in Lebensgefahr.

Gegen 19 Uhr rückten die Einsatzkräfte dann zum Strand aus. Hier hatte sich an einer Strandbar ein Katamaran losgerissen. Die anfängliche Annahme, es befände sich noch eine Person an Bord, habe sich allerdings nicht bestätigt, sagte Wyks Wehrführer Kai Sönnichsen. Häufig wurde die Wehr zudem wegen heruntergestürzter Äste gerufen. Das betraf auch Jörg Carstensen von der Straßenmeisterei in Wrixum, der ansonsten einen eher ruhigen Tag konstatierte.

Auf Amrum tobte die Nordsee erneut am Strandabschnitt vor dem Schullandheim Ban Horn. Jede zurücklaufende Welle nagte hier am Sanddepot – pünktlich vor den geplanten Sandpuffer-Maßnahmen durch den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein.

 

 

 

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