fällige massnahme : Schweres Gerät gegen den Schlamm

Keine leichte Arbeit: Der Angelverein birgt den reichhaltigen Fischbestand.
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Keine leichte Arbeit: Der Angelverein birgt den reichhaltigen Fischbestand.

Das Speicherbecken des Schöpfwerkes Föhr-Mitte am Oldsumer Deich wurde zuletzt 1984 entschlammt. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich beachtliche Sedimentmengen abgelagert, die derzeit entfern werden.

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19. Juli 2014, 08:00 Uhr

Das Schöpfwerk Föhr-Mitte am Oldsumer Deich hat mit einer Leistung von fünf Kubikmetern pro Sekunde für die Entwässerung der westlichen Föhrer Marsch eine zentrale Bedeutung. Wobei das vorgelagerte Speicherbecken der Optimierung des Pumpenbetriebs dient. Das wurde zuletzt 1984 entschlammt, berichtet Hark Ketelsen, Geschäftsführer des Deich- und Sielverbandes, und „in den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich beachtliche Sedimentmengen abgelagert“. Überwiegend Bodenausträge aus Ackerflächen, die vor allem im Speicherbecken landeten; Messungen ergaben beachtliche zwei Meter in der Mitte des Teiches. Eine wahnsinnige Menge, so Ketelsen, der von insgesamt rund 15 000 Kubikmetern tonigem Feinboden ausgeht.

Der wird derzeit mit schwerem Gerät entfernt. Zuvor aber musste der Angelverein Föhr als Inhaber der Fischereirechte den umfangreichen Fischbesatz bergen. Das Speicherbecken wurde von dem in Richtung Oldsum ablaufenden Kanal abgetrennt, um nach dem Absenken des Wasserspiegels das Abfischen mit Netzen zu ermöglichen. Dabei sahen sich die Angler nicht nur als anerkannter Tierschutzverein in der Pflicht. Es galt auch, die erheblichen Investitionen der vergangenen Jahre zu sichern. Denn die Besatzmaßnahmen, so der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Friedrichsen, waren seit Ende 2005 überaus erfolgreich. Knapp 1000 Kilogramm Fisch wurden in den Kanal umgesetzt. Darunter kapitale Brassen, Karpfen, Hechte und Zander in beachtlicher Zahl. Nach Beendigung der Maßnahme können die Fische ihren ursprünglichen Lebensraum wieder in Besitz nehmen.

Neben dem Speicherbecken wurden derweil drei von Erdwällen umgebene Spülfelder angelegt, in die der nasse Schlamm mittels eines Saugbaggers gepumpt wird. Hier kann das Wasser ablaufen, nachdem sich der Schlamm abgesetzt hat. Der muss in der Folge austrocknen und soll im kommenden Jahr in den Boden eingearbeitet werden.

Erweitert wurde die Aktion um eine Baumaßnahme: Die drei Einlaufkammern für die Pumpen sollen künftig mit Aluminium-Dammbalken versehen und die Stahlrahmen zeitnah montiert werden. Anders als bisher mit schweren Holzbohlen, können die Kammern dann einfacher abgedämmt werden, sollte eine Pumpe defekt sein. Im Zuge der Trockenlegung der ideale Zeitpunkt, so Ketelsen, um die Arbeiten durchzuführen.

Ein Saugbagger, ein Bagger und eine Raupe sind auf dem Gelände im Einsatz und Ketelsen rechnet mit dem Ende der Aktion bis Ende Juli. Rund 200 000 Euro veranschlagt der Geschäftsführer für die gesamte Maßnahme, etwa 160 000 Euro für die Erdarbeiten und zirka 40 000 Euro für die Dammbalkenrahmen.

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